Europas humane Ökologie

 

 

 

 

EUROPA – UMGEBEN VON GESCHEITERTEN STAATEN

 

Die Menschen in diesen Staaten sind doch noch anders als die Arbeitslosen, Obdachlosen, gescheiterten Existenzen, anders als die Alten in diversen ‚Altersheimen’ in unseren Breitengraden.

 

Wer und was da alles zusammenkommt.

 

Diejenigen in den gescheiterten Staaten jenseits des Südens Europas sind, so, wie sie sich nunmehr in Richtung Norden bewegen, nicht mehr von irgendwem gewollt. Als Einzelne und in ihrer Überzahl und großen Anzahl sind sie überflüssig, niemand schert sich um sie, Recht und Ordnung um sie herum haben nie im Verlaufe ihrer Biographie funktioniert und sind seit langem ins Gegenteil verkehrt. Wer Recht hat, erfährt in der Folge Unrecht. Wer Unrecht hat, der erzeugt mittels desjenigen, was Recht ist, noch mehr Unrecht. Wer Ordnung hält, dem wird sie infolgedessen zerstört. Wer Unordnung hat und erzeugt hat, der erzeugt noch mehr Unordnung.

 

Diejenigen, die nach Europa drängen, werden nicht geliebt, in ihren vier Wänden des eigenen Zuhauses nicht geliebt. Vielleicht hatten sie mal eine liebende Mutter. Fortgespült. Des Hungers wegen fortgetrieben und im Herzen abgetrieben, der allzu großen Schmerzen der Erinnerungen an die Geliebte wegen abgetrieben.

 

Sie werden nicht gebraucht. Egal, welche Befähigungen, Begabungen, Talente, egal, welche bereits erworbenen Fertigkeiten vorliegen – sie werden nicht gebraucht. Auch wenn sie als Jung-Erwachsene schon Vater und Mutter sind – sie werden dort, wo sie als Vater den Familienunterhalt zu verdienen gewohnt waren, nicht gebraucht: es gibt nichts zu verdienen. Allenfalls, so denken sie, werden sie dort gebraucht, wo es im anderen Kontinent etwas Geld zu verdienen gibt, Geld, von dem aus der Ferne etwas der Mutter und dem Kind per Postanweisung übersandt werden kann. In der warmen Nähe des Kindes und der Mutter werden sie nicht gebraucht.

 

Wer nicht gebraucht wird, wird nicht gefördert und ist nicht gewollt.

 

So drängen sie weg. So bieten sie sich als Frauen an, die man heiraten möge. So drängen sie dem westlichen Besucher ihre Schwester, ihre Tochter zur Heirat auf. So drängen sie weibliche Mitglieder zur Prostitution in den Sphären westlich ausgerichteten Lebens. So steht ihnen auch, Sklave zu sein, wieder nahe. So geben sie auch dann alles auf, was sie einmal waren, wenn sie angekommen sein sollten im Norden des Globus. Sie kennen sich nicht wieder. Sie machen sich teils an unseren Grenzen unkenntlich, damit sie von ihren Familien und politischen Systemen der Herkunftsländer nicht mehr erreicht, belangt und identifiziert werden können.

 

In dieser Situation hilft das Überbringen von Informationen an sie in ihren Heimatländern über die geänderten und zugespitzten Zustände in den westlichen Staaten von heute wenig. Diese Menschen sind derart verzweifelt, dass sich der Grad ihrer Verzweiflung offensichtlich daran messen lässt, dass sie das Risiko eingehen, in einem Boot zwischen Afrika und Sizilien zu ertrinken und an den Grenzbefestigungsanlagen zwischen Afrika und Europa zu verbluten.

 

 

Wir haben genug davon.

 

 

Genug der Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, ihr Glück, ihr schmales Glück - ein Essen, eine Schlafstätte und eine Überlebensmöglichkeit - zu haben, auf den Weg, ihr Glück selbsttätig zu suchen. Unter Schmerz Abschied genommen in langen Jahren von den Angestammten ihrer Nähe.

 

Genug der Menschen, die sich hier im Westen auf den Weg gemacht haben, ihr schmales Glück selbsttätig zu suchen.

 

Genug. Von allem ist genug.

 

Wer hat die Hunderttausende, die in Wartestand stehen, in langfristigen Bewegzügen auf den Weg gebracht? Wenn sie denn in Millionen, wenn sie denn in Trecks anlangen, werden wir, der Rest der Welt, um eine Antwort auf diese Frage kaum mehr herumkommen.

 

 

Die massierte, einheitlich formierte, von einer Richtung beseelte, von einer Intention eingenommene, in derselben Zeitspanne Dasselbe vornehmende Art zu handeln, die einfältige Sprache ihres Handelns, zeichnet dieses Herandrängen aus dem Süden her aus.

 

Eben mit denselben Eigenschaften möchte und muss auch die organisierte Übergabe der Botschaften an die Menschheit versehen sein und vonstatten gehen, die die Menschheit in den gegenwärtigen Zeiten, wo es klarer und klarer wird, dass sie nicht mehr untereinander auskommt und noch nie durchgängig miteinander auskam, nötig hat, die die Menschheit dazu bewegen kann, sich selbst gegenüber hilfreich zu sein.

 

 

 

 

Mal eine Völkerwanderung, die als Vorbote für das Überbringen der rechten und funktionierenden Botschaften an die Menschheit fungiert?

 

 

[Th.B. – 7/06]