Misserfolgsliebe inbegriffen

»Mutter lässt auch alles schief gehen«

Worin im besonderen besteht die Ehre, die ein Schauspieler, soeben mit dem Bambi 2006 ausgezeichnet, seiner Mutter erweist? Vor 800 geladenen Gästen der High Society, des Glamours, der Film- und Fernsehwelt, und live vor laufenden Fernseh-Kameras.

Sebastian Koch, 6 km entfernt von dem heutigen Mercedes-Benz-Museum geboren, wo dieses Jahr die Bambi-Verleihung stattfand, lässt in seiner Ansprache zum Dank für den verliehenen Preis den Blick alleine auf den Dank gegenüber seiner Mutter gerichtet. Er kommt vor dem Publikum ins Erzählen über diese ihn alleine erziehende Frau ….

Etwa ein Jahr vor dem Abitur habe er ihr im Wohnzimmer die von ihm eingeübten Schauspiel-Szenen dargeboten und ihr eröffnet: »Ich will Schauspieler werden.« Die Mutter sagte zu den dramatischen Vortrags-Szenen ihres jungen Sohnes, auf gut schwäbisch: „Gar net so schlecht.“ Was, so Sebastian Koch vor dem Publikum, im schwäbischen Ausdrucksgehalt bedeute: Bereits ziemlich gut. Sie unterstützte Sebastians Besuch der Schauspiel-Schule. Sebastian K.: »Das hätte ja auch schief gehen können! Das hätte wirklich schief gehen können. Ich war jung. Das weiß man dann noch nicht ganz genau. Sie tat es trotzdem. Und - - was das Besondere an ihr und dabei war: Sie hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn es schief gegangen wäre!! ... Das werde ich nie vergessen. Deswegen gilt mein Dank an dieser Stelle besonders ihr. Danke.«

Sebastian strahlt bei diesen Worten in die Zuschauer hinein, die von einer derart einzigartigen Mutter berichten, einer Mutter, die ihn auf den Weg und mitten in das pralle Leben des herrlichen Umgangs sowohl mit den sogenannten Erfolgen wie auch mit den sogenannten Misserfolgen brachte.

[12/06 – ThB]