Heilung durch bewusstes Gehen und Spazieren

(Aus: Freitag,
den 19.10.2007 [aus: beliefnet])

Geh
deinen Weg, um emotionalen Schmerz zu heilen

 

Freitag
ist der Bücher-Tag im Blog. Wir werfen einen Blick auf Bücher
- auf alte wie neue -, die ich euch aufs Wärmste empfehle. Die
Empfehlung der Woche:
Thom
Hartmann: Nimm dein Problem und geh los. Walking your blues away.
[dt. Übersetzung: Vak-Verlag, März 2007].

Also,
hier haben wir ein faszinierendes und ungewöhnliches Buch vor
uns liegen. Eine Art unerwartete Verwindung auf dem Pfad zu
spiritueller, emotionaler, mentaler und körperlicher Gesundheit.
Mein Freund Thom Hartmann hat diese bemerkenswerte, kleine Abhandlung
über einen neuen Ansatz, das Gehen zu nutzen, geschrieben –
schlicht Gehen als ein Mittel, ein emotionales Trauma zu
heilen und um ein optimales mentales Funktionieren auf den Weg zu
bringen.

Wie
er es nun bereits seit Jahren tut, macht Hartmann Psychologen und
Psychiater wieder einmal mit seinen Ideen ganz wild. Dieses Buch ....

  • erforscht,
    wieso und wie wir emotionale Wunden mit uns tragen, und wie sie
    geheilt und gelöst werden können,

  • zeigt,
    wie das Gehen beide Seiten des Gehirns stimuliert, um mentale
    Gesundheit zu fördern und wiederherzustellen,

  • liefert
    schlichte, indes potente mentale Übungen, die beim Gehen zum
    Einsatz kommen können.

Unsere
Körper heilen nach einer Erkrankung, einer Verletzung oder einer
Wunde gewöhnlich rasch. Doch unsere Gemüter und Herzen
leiden über Jahre an entkräftenden Symptomen der
Verzweiflung oder Störung. Weswegen ist es für unsere
Gemüter und Herzen so schwer, zu heilen? Der Schlüssel, sie
zu heilen, ist einfach, und er kann einen kurzen Gang weit weg
liegen.

Bist
du darauf vorbereitet? Einfach ein kurzer Gang weit weg. Ihr
kennt es, wenn zuweilen wütende Menschen sagen: „Geh, mach
einen Abgang!“ Also, das könnte der beste Rat sein, den du je
bekamst.

Es
stellt sich heraus, das Gehen – eine bilaterale Therapie, die im
Verlauf der Historie ein Teil des menschlichen Lebens war –
ermöglicht den Menschen, sich ebenso rasch emotional zu
heilen, wie sie es dem Körper nach tun.

Der
Autor Hartmann begründet dies: bilaterale Therapien widmen sich
beiden Gehirnhälften und entriegeln natürliche Zustände
des optimalen Funktionierens und der Kreativität. Thom
untersucht an der Stelle, wie das Gedächtnis arbeitet, und wieso
ein emotionaler Schock sich dem normalen Heilen zu widersetzen
vermag.

Er
fand, der schiere Akt des Gehens ist wirksam bei der Behandlung von
emotionalen Beeinträchtigungen, das reicht von zeitweiligen
Störungen und Problemen bis zu chronischen Zuständen wie
etwa posttraumatische Stress-Fehlsteuerung und Depression.

Fallstudien
haben dramatische Ergebnisse aufgezeigt. Bewusstes Gehen,
währenddessen ein Leid oder ein Verlangen im Geist gehalten
wird, vermag zügig die Unnachgiebigkeit eines traumatischen
Gedächtnisses oder eines negativen Geisteszustandes aufzulösen,
und dabei dessen unangenehme Assoziationen in einem so kleinen
Zeitraum von einer halben Stunde zu zerstreuen.

Gehen
war stets ein natürlicher Teil des Lebens; seine Bedeutung im
Fördern und Unterhalten von Gemütsgesundheit ist erst
kürzlich wiederentdeckt worden. Hartmann's schlichte, wenngleich
wirkkräftige Übungen geben uns statt, unsere eigenen
Geh-Reisen zu schaffen, um unser mentales, emotionales und
spirituelles Wohlsein wiederherzustellen, wie auch um unsere
Körpergesundheit zu verjüngen.

Ich
empfehle praktisch jedes Buch, das Thom Hartmann schrieb, einfach
weil ich ihn als einen Menschen mit der Mentalität eines Genies
kenne. Diese kleine Nummer allerdings, nicht das bekannteste unter
seinen Büchern, könnte in vieler Hinsicht sein
faszinierendstes, sein hilfreichstes und sein wichtigstes sein. Ganz
gewiss bringt es außergewöhnliche nützliche Ideen
heran und macht sie uns zugänglich, Ideen über das Heilen
eines Herzschmerzes, über das Retten eines verwundeten Gemüts
und über das Öffnen einer Seele, die sich im Laufe des
Lebens verschlossen hatte.