... wer weiß ...

 

»Zusammen mit der Menschheit in der Schlucht«

Es ist klar, da vorne am Ende der Schlucht haben nicht 6 Mrd. Menschen Platz. Es kommt dort auf Einige an, die die ersten Schritte, die die ersten Griffe, die die ersten Wagnisse tun.

Es ist klar, von hinten her drängt’s, denn die Gefahren und die Wahrnehmung der Gefahren unter den Zusammengezogenen und unter den nach wie vor Heranströmenden vergrößern sich.

Es ist klar, die Menschen mit kühlem Kopf haben den Vorrang. Auch diejenigen, die mit Angst wenig am Hut haben, haben den Vorzug. Auch die Überzeugtesten und Mitfühlendsten. Es kann sein, dass jene Menschen mit diesen Eigenschaften sich nicht rechtzeitig nach vorne verbracht haben – jetzt ist es zu spät für sie; das Gedränge ist zu groß, als dass sie sich von hinten nach vorne durchbringen könnten.

Es ist klar, gemeinsam kommen die Avantgarde und die Ersten am zügigsten zum Ziel. So sind sie beständig darin, sich noch mehr zu einen. Es ist klar, hier nützen keine technischen Geräte, hier nutzen Auffassungen und Erfahrungen in der Form von Maschinen nicht mehr viel. Ihr Einsatz wurde bereits aufgegeben. Weswegen? Das Gelände ist derart neu, dass nicht einmal beim nächsten Schritt vorausgesagt werden kann, ob er nicht zum Einsinken führt, zum Wegbruch, zum Ersticken, zur Ermattung. Jeder Schritt führt zu Situationen von noch neuerer Art. In diesem Sinne ist die Lage zugespitzt.

Die allermeisten Werkzeuge vergangener Tage, dafür da und darin bewährt, um auf den Wegen vergangener Tage zügiger und behaglicher voranzukommen, liegen auf den Strecken hinter uns am Wegesrand. Sie haben sich nicht mehr als förderlich erwiesen.

In dieser Situation naht die Einsicht, dass wir sind wie Kinder. Alles ist neu für die Kinder. In jeder ihrer Situationen passiert das Unwägbare. Das Leben ist überwältigend und überwältigt sie. Und dadurch ist der Ein-Druck, den Kinder unter den Erwachsenen hinterlassen, auch derart überwältigend.

Und gleichwohl - - die Kinder sind nicht nicht erfolgreich. Im Gegenteil, sie nehmen in jeder Situation die Situation mit Anmut.

Jetzt kommen vorne in der Schlucht die Anmutigen heran. Sie gehen an die Spitze. Ihr Geist ist des Wägens abhold, er ist hinsichtlich Rückschau auf Zeiten, wo Mut die Angst noch in Schach zu halten hatte, abgeödet. Ihr Geist ist beruhigt, ihre Emotionen setzen sie im voraus fest, ihr Körper hat die Spuren vergangener Zeiten durch andauernde Erneuerung in Frische überführt.

Es sind ihre Schritte, deren Spuren deutlich, gesichert und augenfällig genug sind, dass Andere ihnen folgen mögen und sich von ihnen angezogen fühlen.

In geordnetem Lauf wird in der Folge die Klamm von den restlichen 6 Mrd. durchquert. Und erst nachdem dies passiert ist, wird die Frage nach Den- und Demjenigen lauter, wie das möglich war. Danach beginnt ein Ansturm. Viele möchten in der Hinsicht unterwiesen sein und werden.

Der Erste, der die Klamm durchschritt, war auch der Letzte, der sie verließ - - er war derart durchglüht von der Liebe zu den anderen 6 Milliarden, dass er gewiss sein wollte und erfüllt genug war, um jedem der Nachfolgenden die Hand zu reichen und um ihn und sie in die ersten Schritte in der neuen Sicherheit und Gewissheit zu geleiten.

»Der Erste wird der Letzte sein.«

[Th.B. 8.8.06]