GmG Bulletin # 565

 

GmG Bulletin # 565 – vom 1. Nov. 2013

 

 

 

WOHIN GEHT DIE ZEIT?“

 

 

 

Meine lieben Freunde,

 

 

 

unterdessen wir in die letzten zwei Monate des Jahres 2013 vorrücken, bin ich wieder einmal verblüfft, wie rasch die Jahre unseres Lebens vorübergehen. Ich bin, um die Wahrheit zu sagen, ganz verdutzt, dass wir innerhalb ein oder zwei Wochen mit den Vorbereitungen für unsere Ferienzeit zum Jahresende zu beginnen haben. Ich kann mir nicht vorstellen, wohin dieses Jahr gegangen ist ….

 

 

 

Worüber ich mir im Klaren bin, ist, dass die Tage unseres Lebens ungemein zügig vorüberwehen – und dass das, was im Verlaufe dieser Tage in unserem Empfinden gewöhnlicherweise gleichsam als längere Augenblicke ausgewiesen war, nunmehr schier wie Nanosekunden erscheint.

 

 

 

Mir heißt dies, dass ich durch das Leben Selbst aufgerufen bin, einen jeden einzelnen für sich stehenden Moment dazu zu nutzen, die höchste Idee der Göttlichkeit zu erschaffen, die ich je innehatte, und sie in mir zum Ausdruck zu bringen, durch mich, als ich --- sofern dies – tatsächlich – die Zweckstellung des Lebens darstellt.

 

 

 

In meinen Gesprächen mit Gott wurde mir bekundet, dass dem so ist, und mithin habe ich eine Wahl, dies vorbehaltlos für wahr zu halten, oder es beiseite zu legen, schlicht als einen noblen und beflügelnden Gedanken anzusehen, der wenig mit meiner Tat-für-Tag-bodenständigen Realität zu tun hat.

 

 

 

Der Kniff bei mir ist der, davon nicht so sehr „eingenommen“ zu werden --- es nicht zu einem solch großen „Muss Ich Machen“ geraten zu lassen --- so, dass ich es alsbald einstellen würde, zugunsten all dem Sorgen und Mich Fragen, ob so, wie ich „aufkreuze“, das beste Beispielgebende von Gott ist, was ich herzustellen vermag, am Leben Vergnügen zu finden.

 

 

 

Die Wahrheit lautet, dass es, wie auch immer ich mich zum Vorschein bringe, für mich die perfekte Möglichkeit ist, mich zu zeigen, da ein jeder Schritt, den ich nehme, als ein Schritt auf Gott zu ausgewiesen ist. Dies ist zu einer ungemein bedeutsamen kleinen Sache geraten, die es mir zu erinnern gilt … deswegen lasst es mich hier wiederholen, damit wir es uns alle einverleiben:

 

 

 

Ein jeder Schritt, den ich nehme, stellt einen Schritt auf Gott zu dar.

 

 

 

Im wahrsten Sinnen sind wir natürlich niemals von Gott „entfernt“, insoweit als Gott der Innewohnende Geist ist, der unser ureigenes Sein belebt. Dies ist eine wundervolle Wahrheit, und bietet mir eine fabelhafte „Wendung“ dar über jene alte Zeile der Komik-Hauptfigur Pogo des verstorbenen Walt Kelly. Es war Pogo, der in weithin bekannt gewordener Weise äußerte: „Wir sind dem Feind begegnet, und er ist Wir.“

 

 

 

Ich drehe dies nunmehr herum, um zum Ausdruck zu bringen: „Wir sind auf die Göttlichkeit getroffen, und sie sind Wir.“

 

 

 

Demnach sind Gott und wir Eins, und da dies die Wahrheit darstellt, vermag ich wörtlich genommen keinen Schritt auf Gott „zu“ zu nehmen. Aber ich denke, ihr wisst, was ich meine, wenn ich mich so ausdrücke. Mir geht es darum, den Gedanken herauszustellen, dass „ein jeder Schritt, den ich nehme, einen Schritt zu einem erheblicheren Erleben Gottes, von dem ich ein individueller Ausdruck bin, darstellt.“

 

 

 

Dementsprechend bin ich außerstande, von Gott einen Schritt weg zu machen, sofern ich denn den Wunsch hätte. Was mir derzeit vonnöten ist, ist Mitempfinden mit mir selber haben, sobald ich mich richte und bewerte, in diesem oder jenem Augenblick nicht meinen höchsten Gedanken der Göttlichkeit zum Ausdruck gebracht zu haben. Die Bewandtnis, die Göttlichkeit zum Ausdruck zu bringen, ist nicht etwas, was ich zu tun habe, sie stellt keine Erfordernis dar, die mir durch eine Anforderungen stellende Gottheit vor Augen gestellt wird. Sie ist eine Einladung, ein Herzugebetensein, mir durch Gott kraft des Prozesses des Lebens Selbst überbracht.

 

 

 

Wieso mir Gedanken machen darüber, die Einladung anzunehmen, derweilen wir nicht infragegestellt gehören würden – und, derweilen wir, indem wir die Einladung annehmen, gelegentlich infragegestellt werden würden. Nun, mein eigenes Leben hat mir aufgezeigt, der Einladung nachkommen zeitigt die freudigste, heiterste, innerlich friedvollste, die unversehrteste, vollzähligste, vollkommenste, wonnigste, sanfteste, sachteste und gänzlich wundervollste Erfahrung meiner selbst, die ich jemals hatte oder die ich mir auf dieser Erde je hätte vorstellen können oder die ich mir erhofft oder erträumt hätte.

 

 

 

Sofern es mich im Leben verlangt, glücklich zu sein und an einem Ort inneren Friedens zu weilen, so ich demzufolge von dem Getümmel und Ringen, von dem Erleben von Beschränkung und Entbehrung und dem Eindruck, ich sei verletzt oder durch irgendwelche Umstände oder die so oder so geartete Lage geschädigt, beiseitetrete --- sofern dies tatsächlich das Verlangen meines Lebens darstellt --- , dann habe ich das perfekte Rezept gefunden. Und jenes würde der Beweggrund sein, diese Einladung anzunehmen. Nicht weil ich es „zu tun habe“, sondern weil es die zügigste Möglichkeit darstellt, das zu erzielen, was ich in möglichst vielen Momenten zwischen jetzt und dem Tod zu erreichen wünsche.

 

 

 

Es gibt, natürlich, keinen „Tod“ in dem Sinne eines „Endes von Leben“. Ich benutze das Wort „Tod“ hier in der Bedeutung der Feier meines Tages der Fortdauer und des Fortlebens.

 

 

 

Kürzlich stellte mir jemand die Frage: „Wie weißt du, dass alles, was du geschrieben hast oder jetzt mit Anderen teilst, wahr ist? Mal angenommen, du hast dir das alles ausgedacht, aus deinem unbewussten Streben heraus, mit einer 'Story' deines Lebens herauszukommen, mit der du leben kannst, mit der du gut auskommen kannst?“

 

 

 

Und ich entgegnete: „Ich weiß nicht, dass ich mir nicht all dies ausgedacht habe. Ich weiß bloß, wie es sich anfühlt. Das Gefühl ist gleichsam, als sei das, was ich von Gott hörte, real --- und dass das Erleben, von Gott selbst zu hören zu bekommen, schlechthin real war. Aber weißt du was? Womöglich habe ich diese ganze Erfahrung, unbewusst, geschaffen. Allerdings scheint mir dies nicht die fürwahr nützliche Frage zu sein. Die bedeutsame Frage, für mich, lautet: Kannst du dir ein besseres Leben denken? Wenn das der Fall ist, dann erzähle mir, wie es aussieht.“

 

 

 

Derweilen wir uns also in die letzten paar Wochen des Jahres 2013 einschwingen, belasse ich euch mit jenen Betrachtungen, aus der Was-Es-Wert-Ist-Abteilung. Und ich wünsche euch ein glückliches und frohes Zuendeführen des Jahres!

 

 

 

Mit Umarmen und stets mit guten Gedanken ….

 

 

 

Neale.

 

 

 

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BRIEFE AN NEALE: Was können wir tun, um die Botschaft rein zu halten?

 

 

 

 

 

 

 

Lieber Mr. Walsch … Letztes Wochenende war ich bei dem Intensiv-Wochenende zugegen. Ich schreibe, um zum Ausdruck zu bringen, dass ich deine Präsentation und Darlegung über das, was Gott will, und was mein Ziel im Leben ist, inspirierend und wahr fand.

 

 

 

Deine Lehren werden eine Richtschnur für mich sein, wie ich mehr Kontrolle über mein Leben einnehme und wie ich die Person und das Wesen erschaffe, das ich sein möchte. Danke dafür.

 

 

 

Es gibt eine Frage, die ich dir stellen möchte, für die ich im Laufe des Retreats keinen geeigneten Zeitpunkt fand. Sie hat mit dem zu tun, was die Historie und Erfahrung uns lehren, während wir uns andere Religionen und Glaubensvorstellungen anschauen.

 

 

 

Wie du auf dem Retreat verlauten ließt, beinahe jede Religion nahm ihren Anfang mit einer persönlichen Erfahrung eines Menschen von Gott. Aus dieser Erfahrung entsprang eine Theorie, ein Konzept, eine Wahrheit wenn du so willst, die dann an Andere weitergereicht wurde.

 

 

 

Mit der Zeit werden sich mehr und mehr Menschen der Bewegung anschließen, und diese Wahrnehmung wächst dann heran und verbreitet sich. Am Anfang ist das originale ‚Wort’ rein und konsistent. Mit der Zeit, als die Bewegung wächst, kommt das Bedürfnis auf, eine Organisation auf den Weg zu bringen. Menschen müssen ausgebildet werden, Geld sammeln, vor anderen Menschen sprechen, Veranstaltungen organisieren, Informationen herausgeben, etc. Und dann, öfters, sobald der Gründer und die ersten Nachfolger gestorben sind, oder, wenn die Organisation schlicht zu groß geworden ist, beginnt sich die Bewegung zu institutionalisieren.

 

 

 

Die Menschen fangen an, die Worte, Organisationen, Gesetze und Politiken zu interpretieren, die für jedes strukturelles Wachstum nötig sind, und dies wird zu einem Hindernis für die persönliche Erfahrung und das persönliche Denken. Und Übungen, die dafür gedacht sind, dir eine persönliche Erfahrung Gottes zu vermitteln, werden zu Prozeduren, zu Protokollen und zu Ritualen.

 

 

 

Daran dachte ich, als ich dich über die ReCreation Foundation oder über The Group of 1000 oder über das Humanity’s Team und über all die Initiativen, die du unternimmst, reden hörte. Zunächst war ich von der Idee angezogen und wollte zusehen, was ich dazu beitragen kann, aber der Gedanke, Teil einer Organisation zu werden, hielt mich in dem Augenblick davor zurück.

 

 

 

Meine Frage an dich ist: Was tust du oder was können wir tun, um zu verhindern, dass die Botschaft, an der du alle teilhaben lässt, nicht gleichermaßen institutionalisiert, und vielleicht von den Menschen fehlinterpretiert und missbraucht wird?

 

 

 

Danke für deine Zeit und deine Erklärung.

 

 

 

Lucas S.

 

 

 

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Neale antwortet ….

 

 

 

Lieber Lucas,

 

 

 

Alles, was du über Organisationen gesagt hast, ist zutreffend … doch stellt dies keinen Grund dar, sich keiner Organisation anzuschließen.

 

 

 

Diese Dinge, die du voraussagst, dass sie in Organisationen passieren, ereignen sich über einen Zeitraum von vielen, vielen Jahren. All dies braucht Zeit. Viele Organisationen machen oft eine ganze Menge GUTES, bevor diese Dinge passieren. Wenn jene aufkommen, ist es albald Zeit, die Organisation zu reformieren, oder, sofern sie es nicht zulässt, reformiert zu werden, sie zu zerlegen. Das ist es, was Martin Luther 1517 über die Religion äußerte, und seine Arbeit eröffnete die Reformation.

 

 

 

Lucas, institutionalisierte Bewegungen können demnach reformiert werden.

 

 

 

Doch nun, bedenke dies … Sollte keiner von uns je Organisationen starten oder ihnen beitreten, so wäre nichts getan. Nichts Gutes oder Nennenswertes wäre je erreicht, sofern wir von einer Person abhingen, die all dies selbst zu tun hat. Was in der Welt vonnöten ist – das ist ganz klar –, ist eine konzertierte Anstrengung, ist eine gemeinsame Energie, ein erweitertes Unternehmen. Kein Einzelner kann solo tun, was zu tun nötig ist.

 

 

 

Dies meint, dass wir entweder eine Organisation starten oder uns ihr anschließen, oder wir überlassen die Zukunft der Welt Jenen, die ebendies TUN. Wie ich bereits während des Retreats vortrug: Menschen mit anderen Zielen für die Welt als du und ich haben kein Problem mit „Organisation“. Sie sind voll und ganz gewillt, sich zu „organisieren“ oder „sich Organisationen anzuschließen“. Damit unterstützen sie ihre traurige, herzlose und schädigende Vision der Welt. Die Frage ist, was werden WIR tun? Sollen wir unsere Welt DURCH UNTERLASSUNG jenen übergeben, die willens SIND, sich Organisationen anzuschließen … wie etwa Al Qaida?

 

 

 

Was denkst du darüber? Ich würde es gerne wissen.

 

 

 

Mit Umarmen …. Neale.

 

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