Dank ans Leben vor laufender Kamera

 

»Junge peruanische Regisseurin bedankt sich bei dem Leben, das sie so reich beschenke«

 

Die Nichte des weltberühmten lateinamerikanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa, Claudia Lllosa, 30, wird als lebendig und quirlig geschildert. Sie hat dieser Tage auf dem Internat. Frauenfilmfestival in Köln mit ihrem Film „Madeinusa“ den 1. Preis erhalten. Der Film schildert das Leben des Mädchens Madeinusa in einem abgeschlossenen peruanischen Dorf namens Manayaycuna (Quechua für: eingeschlossenes Dorf), gespielt von Laiendarstellern aus diesem Dorf. Das Mädchen Madeinusa nutzt die Feierlichkeiten der ‚Semana Santa’ auf ihre Weise. In dieser Woche hinter der Kreuzigung Jesu ist gemäß des örtlichen Brauches Gott für drei Tage tot. Den nunmehr ungestraft bleibenden Sünden sind Tür und Tor geöffnet. Diese Zeit wird, so lassen es die Berichte über den Film ahnen, hauptsächlich patriarchal und sexuell wie auch alkoholisch ausschweifend genutzt. Das junge Mädchen nimmt an den Ausschweifungen insofern teil, als sie in einem jungen Mann, der in dieser Zeit aus der Hauptstadt Lima ins Dorf kommt, insbesondere einen Fahrschein sieht, aus dem Dorf fort und hin zu einer besseren Welt zu kommen.

 

„Claudia Llosa jubelte, als der Gewinn des mit 10.000 Euro dotierten Kölner Debütfilmpreis mitgeteilt wurde. [….] Der Debütfilmpreis ermutige sie sehr und helfe ihr dabei, das zu tun, was sie im Leben am meisten liebe, so die Regisseurin in ihrer Danksagung an das Festival. Ihr Dank gelte auch dem Leben an sich, das sie so reich beschenke“ [„taz“ v. 17.10.06].

 

In diesen Dank stimme ich ein. Und rühme die junge Frau als Botschafterin des Dankes und des Lebens.

 

Filmstart: 9.11.06

http://www.filmstarts.de/kritiken/Madeinusa.html

http://www.taz.de/pt/2006/10/17/a0049.1/text.ges,1

[19.10.06 – Th.B.]