Die Lebens-Mission der Jung-Schauspielerin

"Die Mission ihres Lebens erkannt und sich darauf eingestimmt"

 

Dieser Tage läuft der Film "Vier Minuten" an, eine der beiden Hauptdarstellerinnen ist die 25-jährige Schauspielerin Hannah Herzsprung. Sie antwortet, überglücklich über ihren Erstlingserfolg, auf die Frage eines Journalisten: "Fehlt einem nicht manchmal der Biss, auch Dinge durchzuziehen, die einem nicht in den Schoß fallen?" - - H.H.: "Warum so negativ? Ich glaube, das nennt man Berufung. Wenn man seine Berufung findet und ihr nachgeht - das ist doch großartig. Jeder Mensch trägt einen Wunsch in sich, eine Leidenschaft, mit der er aufwächst - und ich finde es ganz wichtig, dass man das lebt. Oder es zumindst versucht - egal wie unrealistisch es erscheint."

In der Tat, wir kommen mit einer Mission, einer Aufgabe, einem Ruf auf die Welt. Bevor wir dies eingenommen haben - und die junge Schauspielerin hatte gutmeinende Erzieher und Eltern, die sie darauf hinwiesen und sie darin beförderten -, ist unsere Identitätsfrage nicht angegangen, und wir schrammen an, stoßen uns und stoßen Andere, ziehen Andere herbei, um erhoffte und zügige Sicherheit zu haben, und ziehen womöglich sie noch in das ziellose Herumtrudeln - so dasjenige, was vielfach um mich und in meiner Biographie zu verzeichnen ist.

Die Beziehung zum Leben ist eine allerhöchste Entscheidung wert.

[zit. aus: taz - 31.1.07; Th.B. 2.2.07]