Vier Hauptschritte zum Selbst-Gewahrsein

Vier Hauptschritte zum Selbst-Gewahrsein



Spätsommer/Herbst 2006 – ND Walsch

Aus Bulletin #198 …



NEALE SPRICHT ÜBER : DER PROZESS DES SELBST-GEWAHRSEINS

Das Streben, Selbst-Gewahrsein zu erlangen, ist über Tausende von Jahren erörtert und erforscht worden, doch bei all meiner Lektüre darüber konnte ich nie einen einfachen Prozess, eine einfache Annäherung oder ein einfaches Rezept finden, was es dem Durchschnittsmenschen gewährte, das leicht zu verstehen, was diese Erfahrung umfasst.

Vielleicht gibt es diesen Text, und er ist mir einfach nicht untergekommen. Das ist durchaus möglich. Am 15. Juni 2006 jedoch in einem kleinen Café in Amsterdam, Niederlande, endete meine persönliche Suche.

An diesem Tag passierte das Erstaunlichste. Denn zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich ein Gespräch mit Gott an einem öffentlichen Ort und während ich in Begleitung anderer Leute war. Wir hatten einen lebhaften Austausch, zu viert, bei heißer Schokolade (es war an diesem Tag in Amsterdam jahreszeiten-untypisch kalt wie auch regnerisch, und wir schlüpften zu was „Wärmendem" unter).

Das Thema war das Leben, und wie sich verschiedene Leute ihm nähern und es leben. Wir schauten auf den Abgleich zwischen dem „spirituellen" Leben, das Gurus, Meister, ernsthafte Verehrer und Schüler der spirituellen Disziplinen führen, und dem „regulären Leben", wie es von den meisten Menschen gelebt wird.

Wie das Gespräch sich hinzog, fand ich mich plötzlich abgelenkt. Es fühlte sich so an, als klopfte ein alter Freund an die Hintertür meines Hauses, während ich an der Haustür vorne mit einem Geschäftsmann redete. Ich wollte zur Hintertür gehen, aber ich wollte auch nicht unhöflich sein. Zum Schluss konnte ich meinem inneren Impuls nicht widerstehen. Inmitten der zuhandenen Einlassungen sah ich mich nach einem Stift aus meiner Reisetasche um und kritzelte auf eine Serviette. Hier das, was ich „bekam" in Erwiderung auf die Aussprache, in der ich mich befand ….

 

»Es gibt Vier Hauptschritte zum Selbst-Gewahrsein. Diese sind:

Zufriedenheit

Vergrößerung

Erfülltheit

Das Erreichen

Der Erste Hauptschritt, Zufriedenheit, umfasst 5 kleinere Schritte. Der Zweite Hauptschritt, Vergrößerung, umfasst 3 kleinere Schritte. Der Dritte Hauptschritt, Erfülltheit, umfasst zwei kleinere Schritte. Der Vierte Hauptschritt, Das Erreichen, steht für sich.«

Das ist alles, was ich „bekam". Ich kämpfte in meinem Kopf, um mehr zu „hören", aber die Blicke und die Töne des Cafés stellten sich als zu große Ablenkung heraus. Zu weiterem hatte ich keinen Zugang. Ich faltete die Serviette zusammen und steckte sie mir in die Tasche.

Am nächsten Tag ließ ich mich ruhig in einem Raum in einem stillen Rückzugsort in der kleinen Stadt De Bild nieder, der von einer Familie in Besitz ist und betrieben wird, etwa zwei Stunden von Amsterdam entfernt, wo ich mich aufhielt, um einen Wochenend-Retreat der Spirituellen Erneuerung abzuhalten, der an jenem Abend begann.

Ich legte mich ins Bett in der Hoffnung, etwas Ruhe vor dem Beginn der Veranstaltung zu erhalten … als weitere Informationen durchkamen. Schnell öffnete ich mein Laptop und hielt fest, was ich in meinem Kopf „hörte".

»Die 5 kleineren Schritte, die zur Zufriedenheit führen, kann man in menschlicher Sprache folgendermaßen beschreiben: Verlassensein, Erfordernis, Verbitterung, Streit, und Einsichtsvermögen.

Die 3 kleineren Schritte, die zur Vergrößerung führen, sind, in menschlicher Sprache beschrieben: Stoppen, Anfangen und Aufrechterhalten.

Die zwei kleineren Schritte, die zur Erfülltheit führen, sind, in menschlicher Sprache beschrieben: Werden und Sein.

Der Vierte Hauptschritt steht für sich, und heißt, in menschlicher Sprache beschrieben: Zum-Ausdruck-Bringen.«

 

 

In der nächsten Stunde wurde mir die komplette Darlegung hinter jedem der großen und kleineren Schritte gegeben. Diese Darlegung möchte ich hier wiedergeben, heute beginnend und in Fortsetzung über die nächsten paar Wochen, geschrieben in einer etwas fließenderen Form, und nicht so sehr in der Form einer Instruktion (wie es mir gegeben wurde), zur leichteren Verdauung.

Der Erste Große Schritt zum Selbst-Gewahrsein ist Zufriedenheit.

Dies ist ein hoher Seinszustand, und im allgemeinen wird er nur nach einer reichhaltigen und vielfältigen Lebenserfahrung und nach ernsthafter Kontemplation erreicht. Es wurde mir gesagt, dass ungefähr einer von vier Menschen diesen Zustand in seinem Leben erlangt, und die meisten von ihnen in ihren späteren Jahren.

Zufriedenheit ist ein Seinszustand, der die „völlige Okay-heit" eines Menschenwesens mit der Art und Weise ausstrahlt, wie die Dinge bei ihm sind. Sie ist ein völliges und positives Willkommenheißen seiner gegenwärtigen körperlichen, mentalen und spirituellen Umstände. Sie ist absolute Selbst-Liebe, Selbst-Vergeben und Selbst-Akzeptanz.

In einem Zustand der Zufriedenheit gibt es kein Bedürfnis für etwas, dass es anders sein möchte, als es jetzt ist, hinsichtlich des Körpers, des Geist-Verstandes und des Geistes [Spirit], hinsichtlich der inneren Erfahrung und der äußeren Umstände von jemandem. Es ist ein Empfinden der Perfektion und eine Erfahrung stillen inwendigen Friedens. Es ist die Abwesenheit der Selbst-Beschuldigung und der Selbst-Kritik. Es ist die Gegenwart von Selbst-Wert.

Zufriedenheit wird zumeist in Stufen, oder „kleineren Schritten", erreicht. Nicht alle diese Schritte müssen genommen werden. Es ist möglich, einige von ihnen zu „überspringen". Doch die meisten Seelen bewegen sich durch die meisten dieser Stufen.

Die kleineren Schritte zur Zufriedenheit werden hier in den folgenden Wochen beschrieben. Es folgen die ersten zwei.

 

Verlassenheit


 

Diese erste Stufe, oder dieser kleinere Schritt, in der Reise zur Zufriedenheit ist Verlassenheit. Dies ist der Moment in dem Anhaltenden Lebens-Zyklus, wo der Geist im Bewusstsein bemerkt, dass die Seele aus der Einheit mit Der Essenz heraus aufgetaucht ist. Dies passiert irgendwann zwischen der Geburt und dem Alter von 3 Monaten, wo sich das Kleinkind gewahr wird, dass es nicht länger In Einheit mit Dem Allen ist.

Der Geist beginnt unverzüglich nach einer Erklärung dafür zu suchen, und in den ersten Wochen des physischen Lebens des Körpers des jungen Menschenwesens hüllt es sich in eine Kulturelle Story ein, die sein Sehnen des Geistes befriedigt. Dies ist die Story der Trennung.

Das dieser Story fortwährend Ausgesetztsein im sie immer und immer wieder Hören und in der direkten Erfahrung in der äußeren Realität veranlasst das kindliche Wesen, sein eigenes Inwendiges Gewahrsein des Einsseins Mit Dem Schöpfer zu verlassen. Dies bildet einen natürlichen Teil des Prozesses des Selbst-Gewahrseins.

In diesem Prozess

·Erstens, wird sich das Heilige Wesen, das wir als ein Menschenkind kennen, Seiner Selbst gewahr.

·Zweitens, wird es Einander gewahr.

·Drittens, kommt es zu einem Verstehen, dass das Selbst, dessen es nun gewahr ist, ein Individuum ist – Ein Wesen Um Seiner Selbst Willen.

In der Bewusstheit dieses jungen Menschen-Wesens existiert eine Erinnerung an eine Größere Essenz, an ein größeres Wesen, von dem es Teil ist – doch erfährt es nicht länger, dass es Teil Dieser Essenz ist. Zu einem unbekannten Zeitpunkt verlässt es dieses Gedächtnis, zugunsten der Erfahrung, die es gegenwärtig hat. Verlassensein ist ein Schritt, den 100 % aller Menschenwesen unternehmen.

Dies stellt keinen traurigen Moment in der Entwicklung des Wesens dar, sondern ein Zeichen des Wachstums. Es wäre bloß traurig (in menschlichen Begriffen), falls der Geist des Wesens nie über diesen Punkt hinausgelänge.

 

 


Erfordernis


 

Die zweite Stufe, oder der zweite kleinere Schritt, in der Reise zur Zufriedenheit ist Erfordernis. Dies ist der Augenblick, wo der Geist anfängt, ein natürliches Sehnen nach einer Erfahrung Der Essenz, von der er intuitiv weiß, dass er aus ihr aufgetaucht ist, erfährt – so wie, auf menschlicher Ebene, das Kind ein natürliches Sehnen nach seiner Mutter in sich trägt.

Diese voll und ganz verständliche, gleichwohl komplett inakkurate, kindliche Einschätzung wird dann durch die erwachsenen Mentoren bestätigt, während sie für das Wesen durch Handlungen und Worte mehr und mehr die Menschliche Kulturelle Story der Trennung demonstrieren.

Zu einem gewissen Punkt wird sich das junge Wesen gewahr, dass es in der Tat etwas gibt, was es tun kann – ja, dass es ein Erfordernis gibt, gewisse Dinge zu tun --, damit es ihm eingeräumt ist, zur Vereinung mit dieser Essenz, die es einmal erfahren hat, zurückzukehren.

(Die Essenz wird mit vielen Namen bezeichnet, abhängig davon, wo das Wesen auf der Erde geboren ist. Zum Zwecke der Erörterung wird das Wort „Gott" hier benutzt.)

Das junge Wesen wird sich Ideen einverleiben, die es gänzlich aus seiner Umgebung erreichen, dass es nicht gut genug sei, dass es nicht wert sei, um zu Gott zurückzukehren, indem es einfach in seinem natürlichen Zustand verbleibe. Das Wesen forscht dann nach jedem Verhalten oder Mittel, um würdig zu werden. Es möchte das Nötige tun, um zu Gott zurückzukehren und von neuem eine Erfahrung Gottes zu haben. Es versteht nun ganz, dass es von Gott getrennt ist und akzeptiert vollständig, dass es ein Erfordernis gibt, dem es nachzukommen hat, um diese Bedingung zu einem Ende zu bringen. Erfordernis ist ein Schritt, den jeder unter annähernd acht von zehn Menschen nimmt.

Dies stellt keinen traurigen Augenblick in der Evolution des Wesens dar, sondern ist ein Wachstumszeichen, denn das Wesen hat verstanden, dass Sein „Zuhause" bei Gott ist, und dass es etwas tun möchte, um nach dorthin zurückzukehren. Es wäre nur traurig (in menschlichem Verständnis), falls der Geist des Wesens nie über diesen Punkt hinauswüchse.

(Es sollte angemerkt werden, dass alle recht jungen Menschenwesen die Vorstellung haben, es gebe etwas zu tun, um zu erfahren, wiederum Eins mit Der Essenz zu sein, doch nicht allen wird gesagt, dies stelle ein Erfordernis dar, dem sie nachkommen müssten, um die Erfahrung zu machen. Einige hören von dieser Vorstellung nie und vermeiden es somit, sie als ihre Wahrheit anzunehmen. Einem winzigen Anteil junger Menschen wird eigentlich gesagt, es gebe nichts, was sie zu tun haben, um zu Der Essenz zurückzukehren. Wiederum Andere – womöglich die kleinste Prozentzahl unter allen – wachsen in einer Subkultur auf, die ihnen sagt, sie seien diese Essenz, zu der sie zurückzukehren wünschen. Weitaus der größte Teil der in der Entwicklung stehenden Wesen – wie bereits oben bemerkt, wohl acht von zehn – werden in einem Milieu aufgebracht, das wiederholt von einem Erfordernis spricht, dem nachzukommen sei, um zu Gott zurückzukehren.)

Nächste Woche an dieser Stelle: Verbitterung, Streiten und Urteilsvermögen – die letzten kleineren Schritte beim Erreichen der Zufriedenheit.

Neale Donald Walsch

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Aus Bulletin #199 ….

NEALE SPRICHT ÜBER : DIE STRASSE ZUR ZUFRIEDENHEIT

Es gibt vier Hauptschritte auf dem Weg zum Selbst-Gewahrsein. Diese sind:

· Zufriedenheit

· Vergrößerung

· Erfüllung

· Das Erreichen

Dieser erste Schritt ist nicht leicht zu nehmen. Viele Menschen verbringen ein ganzes Leben im Versuch, dorthin zu gelangen – und viele kommen nie an. Viele Menschen sind einfach mit dem Leben nie zufrieden. Egal, was gerade los ist, es gibt immer etwas, was nicht okay ist. Egal, was sie bereits erreicht haben, es ist nicht genug. Egal, wie schön der Tag ist, morgen wird’s immer Regen geben, weswegen also dieses „Sich gut fühlen" über die Sachen?

Dies ist keine Übertreibung. Wir alle kennen solche Leute. Es sind gute Leute, nette Leute, ja gar in vieler Hinsicht wunderbare Leute, doch sie bekommen einfach ihr Herz nicht offen genug, oder ihren Ärger nicht stark genug heruntergedreht, ihre Enttäuschung nicht genug gemildert, um ganz die Lebensfreude, das Wunder der Hoffnung auf die Zukunft, und, das bedeutendste, den inneren Frieden, der mit der Zufriedenheit einhergeht, zu spüren.

Zufriedenheit ist dann, wenn der Kampf endet. Sie ist dann, wenn das „Kämpfen gegen" aufhört. Sie ist dann, wenn Was IST wichtiger ist als Was NICHT Ist.

Es gibt fünf Haltepunkte auf der Straße zur Zufriedenheit. Nicht jeder hat an jedem zu halten, doch die meisten Menschen. Letzte Woche an dieser Stelle sprachen wir über die ersten zwei: Verlassensein und Erfordernis. Diese Woche schauen wir uns die letzten drei an: Verbitterung, Streiten und einsichtiges Urteilsvermögen.

Verbitterung

Freiheit ist der natürliche Zustand der Seele. Freiheit ist das, was die Seele ist. Das Wort Freiheit und das Wort Gott sind wechselseitig austauschbar. Gott ist die Essenz von Freiheit, per Definition. Freiheit ist jene Qualität des Seins, die keine Grenzen kennt, die von keinen Beschränkungen umgeben ist, und mit der keine irgendwie gearteten Erfordernisse verknüpft werden können.

Für Gott ist es nicht erforderlich, etwas zu sein, zu tun oder zu haben. Man kann Gott nicht erforderlich haben. Dies ist deswegen der Fall, weil Gott All-Mächtig, der Schöpfer ist, und kein Erfordernis kann an solch ein Wesen angehängt werden. Wer würde das Bedürfen tun?

Das größte Geheimnis im Leben ist, dass desgleichen du nichts zu sein, zu tun oder zu haben nötig hast. Das ist deswegen der Fall, weil du „im Bilde und Ebenbilde Gottes" gemacht wurdest. Du bist allmächtig, der Schöpfer, und kein Erfordernis kann an solch ein Wesen angehängt werden.

Auch wenn das bei jemandem der Fall sein könnte (mutmaßlich bei Gott), dann existiert keiner, der es wollte. Das meint, Gott wollte es nicht. Wieso? Weil es nichts gibt, was Gott von dir will. Es gibt nichts, was Gott braucht, um glücklich zu sein. Gott hat alles, weil Gott Alles IST. Es existiert nichts, was Gott nicht ist – was also könnte Gott wollen oder brauchen oder anfordern?

Die Seele weiß darum. Dies ist unfehlbare Logik, und zu einem gewissen Grad versteht der Geist das auch. Doch das ist wohl eine sehr hohe Ebene – eine Ebene des Denkens (und Erinnerns), zu dem sich der Geist unmittelbar nach der Geburt nicht oft erhebt. Kurz nach der Geburt verlässt der Geist das, wovon er denkt, er kenne und verstehe es vom Leben, da alles in seiner äußeren Umgebung ihm etwas anderes signalisiert. Also verlässt der Geist sein Höchstes Erinnern: dasjenige seiner eigenen Einheit mit Der Essenz und seines Einsseins mit Allem Was Ist.

Es kann wohl für den Geist Jahre (und gewöhnlich ist das der Fall) dauern, bis er sich dieser Wahrheit wieder erinnert – und gar auch, sie zu leben. Besonders dann, wenn dem jungen Wesen vom Moment der Geburt an über all die frühen Jahre der körperlichen Entwicklung hinweg gesagt wurde, dass es in der Tat von Dem Woher Es Kam getrennt ist … und dass es ein Erfordernis gibt, dem nachzukommen ist, bevor es zurückkehren könne. Das Zurückkehren ist es, wonach es sich sehnt, also ist das junge Wesen ernsthaft danach bestrebt, diese Erfordernisse zu verstehen und ihnen nachzukommen.

Das einzige Problem dabei ist, die Seele weiß auf einer sehr tiefen Ebene und sie versteht es vollkommen, dass der Gedanke eines Erfordernisses falsch ist, eines Erfordernisses, das für das Wesen etabliert ist, um Gott zu erfahren (und noch mehr, um zu Gott zurückzukehren). Es handelt sich um eine Fälschung. Schlicht und einfach, die Dinge sind nicht so. Und somit wird das Wesen für den Rest seines Lebens im Konflikt stehen zwischen dem, was es inwendig (in seiner Seele) weiß, und dem, was ihm gesagt wird, und wovon es mithin im Auswendigen (im Geist) denkt, es wisse es.

Im Inwendigen versteht das Wesen, dass es die Freiheit Selbst ist (dies ist der Beweggrund, weswegen alle Wesen auf der Erde sich danach sehnen, frei zu sein. Es ist ihre Wesens-Natur … und sie wissen es.) Im Auswendigen wird dem Wesen immer und immer wieder erzählt, dass es nicht frei ist, dass es aber gewisse Dinge tun oder nicht tun muss, um Nachhause zurückzukehren, um sein Wahres Selbst und seine innewohnende Einsheit mit Gott zu erfahren.

Auf seinen Lebenswegen wird das Wesen fortwährend die Erfahrung dieses Konfliktes machen, und es wird laufend die Begegnung mit einer Wegscheide machen, die allmählich recht vertraut werden wird. Es wird die Wegkreuzung der Preisgabe und der Verbitterung sein. Das Wesen wird sich entweder an das preisgeben, was ihm erzählt wurde, oder es wird verbittert darüber werden, was ihm erzählt wurde.

Verbitterung ist der dritte Haltepunkt auf dem Pfad zur Zufriedenheit.

Verbitterung ist ein Signal dafür, dass die Seele anfängt, Vorrang gegenüber dem Geist einzunehmen; dafür, dass das, wovon die Seele weiß, dass sie es weiß, mehr und mehr Bedeutung erlangt, als das, wovon der Geist denkt, dass er es weiß.

Verbitterung ist keine negative Emotion. Sie ist ein sehr positives Zeichen für Wachstum. Verbitterung ist der Beginn der Rebellion, und Rebellion ist der Beginn der Weisheit. Jedes freie Land und jeder freie Mensch begann mit Verbitterung. Die Weisheit liegt jenseits von „Nein, dankeschön".

Verbitterung ist Weisheit Gebären. Dies ist stets der Fall.

Das Wesen, das sich dem, was ihm über die Auswärtige Welt und darüber, „wie es ist", gesagt wurde, preisgibt, wird vielleicht an dem Zweiten Haltepunkt auf dem Pfad zur Zufriedenheit – dem Erfordernis – für immer stehenbleiben. Dieses Wesen wird nie wahrhaft glücklich sein, weil es die Freiheit nie wirklich kennt, und Freiheit ist die Essenz von was es ist. Deswegen wird das Wesen sich Selbst nie wahrhaft kennen – und um eben das zu tun, ist es hierher gekommen. Auch darum weiß es intuitiv, und infolgedessen wird das Wesen sehr unglücklich, äußerst unzufrieden sein.

Es wird den Versuch starten, sich selbst glücklich zu machen. Es wird sogar in der Lage sein, sich selbst davon zu überzeugen, dass es glücklich sein sollte, weil es, nach all dem, das Richtige tut. Es arbeitet hart daran, dem Erfordernis nachzukommen, das Gott für jene etabliert hat, die zu Ihm zurückzukehren wünschen. (Der Fakt, dass diesen Erfordernissen unmöglich nachzukommen ist, könnte auch zum Einnehmen einer leichten Erbitterung führen. Doch Derjenige, der sich der Kulturellen Story, die ihm von seiner Auswärtigen Welt erzählt wurde, preisgegeben hat, wird diese Verbitterung niedrighalten – oder, ganz typisch, er wird diese Verbitterung umleiten und anfangen, es Anderen übelzunehmen, die die Kulturelle Story nicht akzeptieren.)

Damit wird der inwendige Konflikt in einen auswendigen Konflikt gewendet, wobei das Wesen den Konflikt in sich selbst zurückweist zugunsten eines Konfliktes mit Jenen außerhalb von ihm. Dies ist stets einfacher zu handhaben und einfacher zu rechtfertigen.

Die Welt steht nun mit sich selbst aus dem besagten Grunde in Konflikt. Denn die Menschen des Planeten als Ganzes bewegen sich nun durch ihren eigenen kollektiven Prozess der Evolution. Das heißt, die gesamte Spezies namens homo sapiens hat sich nun dem Wegkreuz angenähert. Spezies entwickeln sich in einem viel langsameren Schrittempo als ihre einzelnen Glieder. Es benötigt eine Vielzahl an Generationen für eine Spezies, auch nur einen Schritt vorwärts zu nehmen. Viele Einzelmitglieder müssen Riesenschritte nehmen, damit die Spezies als Ganzes einen winzigen Schritt tut. Deswegen heißt es, und das ist wahr, dass die persönliche Arbeit eines Einzelnen das Gesamt der Menschheit erhebt.

 

Das Streiten

Wenn das Wesen an dem dritten Haltepunkt, dem der Verbitterung, angekommen ist, hat es ein Feld an Energie geschaffen, in dem die Auseinandersetzung stattfinden kann. Wenn Verbitterung die Geburt von Weisheit ist, dann ist das Auseinandersetzen deren frühes Wachstum. Weisheit wächst, während das Streiten beginnt.

Das Wesen – ermutigt durch seine Verbitterung – beginnt, sich mit der Kulturellen Story, die ihm erzählt wurde, auseinander zu setzen, und oft mit denjenigen, die das Erzählen ausrichteten: Eltern, Lehrer, Geistliche, Rabbis, Ulamas, und im frühen Stadium des Wachstums fast alle und jeder von Autorität.

Sich mit der Autorität auseinandersetzen ist eine ‚rite de passage’ [Initiationsritus] der Jungen, und fast alle Wesen auf der Straße zur Zufriedenheit durchlaufen diese Passage. Noch einmal, das Streiten muss nicht eine negative Emotion oder Erfahrung sein. Vernünftiges Auseinandersetzen kann die Tür zu höherem Gewahrsein öffnen. Ja, fast immer tut es das – für beide Seiten der Debatte.

Natürlich findet bei dem einzelnen Menschenwesen das Auseinandersetzen inwendig statt. Argumentieren ist zuallererst ein inwendiger Prozess … ein Sprungstein zur Zufriedenheit. Man beginnt, sich mit seiner eigenen Kulturellen Story auseinanderzusetzen. Die Seele fängt an, sich mit dem Geist zu balgen. Es ist ein sanftes Balgen, denn die Seele kämpft nie und widerstreitet nie, sie liebt stattdessen immer und allein. Und so ist die Seele darauf aus, den Geist in ein Umfassenderes Verstehen zu lieben.

Inwendiges Auseinandersetzen mit der äußeren Wahrheit ist stets ein gutes Zeichen, ein wunderbarer Indikator für Wachstum. Allein dann, wenn Auseinandersetzen stattfindet, können Wahlen getroffen werden. Die getroffenen Wahlen sind selbstverständlich Entscheidungen, die man hinsichtlich dessen trifft, welche der inwendigen Schlussfolgerungen das Wesen annehmen möchte. Hat die Kulturelle Story recht, hat mein Inneres Wissen recht?

Wir sprechen hier über die Kulturelle Story hinsichtlich allem. Hinsichtlich Gott. Hinsichtlich Leben. Hinsichtlich Wie Die Dinge Sind. Hinsichtlich Einander. Hinsichtlich Allem.

Erlaubt mir, euch ein Beispiel zu geben. Wir halten eine Kulturelle Story inne, die uns auf diesem Planet über körperliche Schönheit und den Körperbau erzählt wird. Irgendwo innen in uns wissen alle von uns nun, dass diese Kulturelle Geschichte einfach das ist – eine Story, die jemand erzählt hat, und dass die Menschen sich darin eingekauft haben. Irgendwo tief innen von uns verstehen wir vollkommen, dass diese Kulturelle Geschichte und Wie Die Dinge Sind nichts mit der letzten Wirklichkeit zu tun haben.

Darüber kommen wir nun in einen inwendigen Streit.

„Es ist wahr!"

„Es ist nicht wahr!"

„Es ist wahr!"

„Es ist nicht wahr!"

„Es ist wahr!"

„Es ist nicht wahr!"

„Okaaay, es ist nicht wahr! Aber was nun????"

 

Einsichtiges Urteilsvermögen

Der letzte Haltepunkt auf der Straße der Zufriedenheit ist die Einsicht. Sie kommt auf, wenn wir mit dem Auseinandersetzen aufgehört haben und schließlich die Differenz zwischen dem, was Wahr ist, und dem, was Nicht Wahr ist, einsehen oder kennen.

Gewiss, „Wahrheit" existiert nicht. So etwas wie Objektive Wahrheit gibt es nicht. Etwas ist nur dann wahr, sofern es für dich wahr ist. Subjektive Wahrheit ist die alleinige Wahrheit, die es gibt. Einsichtiges Urteilsvermögen ist die Erfahrung des Wohnungnehmens in jemandes eigener Wahrheit – und darin zu verbleiben, ungeachtet allen äußeren „Augenscheins" des Gegenteils.

Wir wissen, dass F-E-A-R "False Evidence, Appearing Real" [‘die falsche Augenscheinlichkeit, die als real erscheint’] ist. Furcht wird dann aufkommen, wann immer jemand den Schritt Richtung Einsicht nimmt. In den frühen Stadien des einsichtigen Urteilsvermögens ist es natürlich, dass wir uns selbst anzweifeln und unser inwendigstes Wissen in Frage stellen. Dies stellt das letzte Stadium des Auseinandersetzens dar, ein Überbleibsel aus der vorhergegangenen inwendigen Erfahrung. Zuallerletzt erhält das einsichtige Urteilsvermögen bei dem wahrhaft Beharrlichen den Sieg. Wir wissen, dass wir wissen, und wir wissen, dass wir es wissen.

Das einsichtige Urteilsvermögen ist der Sieg der Seele über den Geist, des Inwendigen über das Auswärtige, der inneren Wahrheit über die äußere Wahrheit, der Alleinigen Story Die Ist über die Kulturelle Story, die uns erzählt wurde.

Die Einsicht ist das Wissen, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liegt – und dass Gott Schönheit in allem erblickt. Die Einsicht ist das Wissen um den Unterschied zwischen dem äußeren Mythos und der inneren Erfahrung. Im Äußeren wird uns erzählt, dass Gott und wir getrennt sind, und dass es ein Erfordernis gibt, dem wir nachzukommen haben, um zu Der Essenz zurückzukehren. Im Inneren wissen wir intuitiv, dass Gott und wir Eins sind, und dass nichts für uns erforderlich ist, um dies in Erfahrung zu bringen. Nichts.

Die Erfahrung ist unser, wannimmer wir es wollen. Die Liebe Gottes ist unser, wannimmer wir sie willkommen heißen. Die Vergebung Gottes ist unser, wannimmer wir sie annehmen – obgleich sie voll und ganz nicht vonnöten ist, denn Gott kann in keiner Weise beschädigt werden. Und die Weisheit Gottes ist unser, wannimmer wir sie beanspruchen.

Und hier das große Geheimnis: All das kann unser sein, wannimmer wir Andere daran teilhaben lassen.

Es ist das Teilen von etwas, was uns eine wahre Erfahrung davon übermittelt, und einen anderen Weg gibt es nicht.

Neale Donald Walsch

 

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Aus Bulletin #200 ….

 

NEALE SPRICHT ÜBER : DAS STECKENBLEIBEN

Zufriedenheit wird zumeist über den fünf-schrittigen Prozess des Verlassenseins, des Erfordernisses, der Verbitterung, des Streitens und des einsichtigen Urteilsvermögens erreicht, den wir an dieser Stelle in den letzten zwei Ausgaben des Wöchentlichen Bulletins erörterten.

Es ist möglich, auf der Straße zur Zufriedenheit bei jedem Schritt im Verlauf des Weges anzuhalten, und dabei steckenzubleiben. Wenn das passiert, dann dort, wie weit jemand auf dem Weg der persönlichen und spirituellen Entwicklung in seiner Lebenszeit vorangekommen ist.

Einige Menschen bleiben am ersten Schritt, Verlassensein, stehen, und wagen den zweiten Schritt, Erfordernis, nie. Erinnern wir uns -- Erfordernis ist der Schritt, der von dem Wesen genommen wird, das sich nicht damit zufrieden gibt, von Gott getrennt zu sein, und das die Wahl trifft, sich auf die Suche nach einem Weg ins Nachhause zu machen. Diese Suche führt häufig zu der Vorstellung, wir können „nachhause zurückkommen", nur dann jedoch, wenn wir gewisse Dinge tun. Allerdings geben sich einige Wesen schlicht mit dem Gefühl, von Gott getrennt zu sein, zufrieden, und belassen es dabei.

Aus dem einen oder anderen Grund – der normalerweise, aber nicht immer, mit der Kultur und dem Milieu zu tun hat – sie erforschen es nicht weiter. Diese Menschen fühlen sich häufig vom Leben selbst entfremdet, hinausgetrieben auf die See der Ungewissheit und für immer von der Heimat entfernt. Ihre Entfremdung und Trennung von Gott kann sich selbst, sofern sie nicht umsichtig sind, darin manifestieren, sich oft von anderen menschlichen Wesen entfremdet und getrennt zu fühlen.

Einige Menschen bleiben am zweiten Schritt, der Erfordernis, stehen, und wagen den dritten Schritt, Verbitterung, nie. Erinnern wir uns, Erfordernis ist der Schritt, der von dem Wesen genommen wird, das darum weiß, dass die Trennung von Der Essenz vonstatten gegangen ist, und das zu dieser Essenz, die ich hier Gott nannte, zurückkehren möchte und sich danach sehnt.

Einige Wesen geben sich einfach damit zufrieden, dass es ein Erfordernis gibt, dem sie nachzukommen haben, um das Rückkehren zu Gott zu begründen, und belassen es dabei. Aus dem einen oder anderen Grund -- der normalerweise, aber nicht immer, mit der Kultur und dem Milieu zu tun hat – sie erforschen es nicht weiter. Diese Menschen fühlen sich häufig gefordert, andere Sachen zu sein, zu tun oder zu haben (was Geld, Erfolg und Macht einbringt, kommt einem in den Sinn), um ihr eigenes Leben zu begründen. Ihr Bedürfnis, diesen vorgestellten Erfordernissen nachzukommen, kann sich selbst, sofern sie nicht vorsichtig sind, in einem Leben manifestieren, das beladen ist mit Rigidität, Getriebensein, Sich-Selbst-Beanspruchen, Selbst-Kritik, dann auch mit Selbstgerechtigkeit und Verurteilung.

Einige Leute bleiben am dritten Schritt, der Verbitterung, stehen, und wagen den vierten Schritt, das Streiten, nie. Erinnern wir uns, Verbitterung ist der Schritt, der von dem Wesen genommen wird, das frustriert wird, dass es nicht frei ist. Wir sagten, Freiheit ist der natürliche Zustand der Seele. Freiheit ist das, was die Seele ist. Das Wort Freiheit und das Wort Gott können untereinander ausgetauscht werden. Gott ist die Essenz von Freiheit, per Definition. Freiheit ist jene Qualität des Seiens, die keine Grenzen kennt, die von keinen Beschränkungen eingebunden ist, und mit der kein Erfordernis jedweder Art verknüpft werden kann. Gleichwohl, sofern man in einer Kultur groß geworden ist, in der schon allein der Gedanke der Freiheit selbst so angesehen wird, als sei er gegen die Gesetze der Natur oder gegen den Willen Gottes, dann kann einem sogar die Natürliche Ordnung der Dinge – die Freiheit – sehr unnatürlich, unbehaglich und letztlich unwillkommen erscheinen.

Es gibt gewisse östliche spirituelle Traditionen und Religionen, in denen ihre Befolger der Freiheit wenig oder keinen Vorzug geben; sie proklamieren, das rigide, unnachgiebige, beanspruchende und tief beurteilende Wort des Schaffenden stelle das dar, was sie und ihre gesamte Gesellschaft auf die Reihe bringt, unter Abwesenheit der lockeren Dekadenz des Westens.

Desgleichen, dogmatische fundamentalistische Interpreten einiger westlicher Religionen fühlen sich in derselben Weise daran gebunden, rigide Lebensstile zu führen, mit wenig oder keiner Freiheit hinsichtlich spirituellen Angelegenheiten.

Und somit also gibt es viele Menschen, die nicht einmal zu dem Schritt Verbitterung gelangen. Sie haben kein Verlangen danach. Bitterkeit ist derjenige Schritt, der von dem Wesen getätigt wird, das spürt, es sei nicht in der Lage, sein wahres Selbst, das die Freiheit selbst ist, zu erfahren und zum Ausdruck zu bringen, doch viele Menschen glauben nicht, dass darin ihr wahres Selbst besteht. Wieder andere gelangen bis zu diesem Punkt, gehen aber nicht weiter. Sie verbittern, doch sie machen sich nie Gedanken über ihren Weg aus der Verbitterung heraus. Sie geben sich einfach mit dem Gefühl der Bitterkeit darüber zufrieden, sich zu rechtfertigen zu haben bei der Rückkehr zu Gott, während sie gleichzeitig tief innen wissen, dass sie es eigentlich nicht zu tun hätten; und sie belassen es dabei.

Aus dem einen oder anderen Grund – der normalerweise, aber nicht immer, mit der Kultur und dem Milieu zu tun hat – sie erforschen es nicht weiter. Diese Menschen fühlen sich häufig verbittert gegenüber jeder Autorität oder jedem äußeren Umstand in ihrem Leben, über die sie sich vorstellen, sie hätten darüber keine Kontrolle. Ihre tiefbittere Erfahrung, keine Kontrolle innezuhaben, kann sich selbst, sofern sie nicht umsichtig sind, darin manifestieren, nach Kontrolle zu streben. Solche Menschen stehen unter dem Risiko, zu Kontroll-„Freaks" zu werden, die es brauchen, dass ihre getroffenen Wahlen und ihr Wille über Andere hinweg beinahe immer zur Geltung gebracht werden.

Einige Menschen bleiben am vierten Schritt, dem Streiten, stehen, und wagen den fünften Schritt, einsichtiges Urteilsvermögen, nie. Erinnern wir uns, das Sich-Auseinandersetzen ist der Schritt, der von dem Wesen genommen wird, das spürt, es müsse eine Antwort auf die unbestreitbar logischen Fragen geben, die es über die unlogischen Botschaften und Unterweisungen stellt, die es von seiner Kultur und seiner Gesellschaft über Gott und das Leben erhalten hat.

Einige Wesen geben sich schlicht mit dem Empfinden zufrieden, streitlustig zu sein, wann immer sie sich dieser Sache gegenübersehen, was es brauche, um zu Gott zurückzukehren, und belassen es dabei. Aus dem einen oder anderen Grund – gewöhnlich, aber nicht immer, hat es mit der Kultur und dem Milieu zu tun – erforschen sie es nicht weiter. Diese Menschen fühlen sich in ihrem Leben in vielen Situationen und Augenblicken streitlustig. Ihre tief-angesiedelte Erfahrung des Wollens und des Brauchens, alles herauszufinden, indem sie alles in Frage stellen, kann sich häufig selbst, sofern sie nicht umsichtig sind, in einem Sich-Streiten über alles manifestieren – und, was noch schlimmer ist, in einem Bedürfnis, stets recht zu haben.

Einige Menschen bleiben bei dem fünften Schritt, einsichtiges Urteilsvermögen, stehen, und wagen nicht, auf den Kulminationspunkt dieser fünf Schritte, die Zufriedenheit, zuzugehen. Erinnern wir uns, Einsichtiges Urteilsvermögen ist der Schritt, der von dem Wesen unternommen wird, das schließlich klar fühlt hinsichtlich seiner eigenen Wahrheit, hinsichtlich dessen, was für es funktioniert und nicht funktioniert, und hinsichtlich dessen, was die Seele über Gott und das Leben weiß, und weniger, was der Geist denkt, dass er es wisse.

Einige Wesen geben sich einfach mit dem Gefühl zufrieden, über die Dinge im Leben genau zu einem Unterscheidungsvermögen zu gelangen, und belassen es dabei. Aus dem einen oder anderen Grund – der normalerweise, aber nicht immer, mit der Kultur und dem Milieu zu tun hat – sie erforschen es nicht weiter. Diese Menschen empfinden sich häufig darin tief gewahr, was für sie wahr ist, aber sie sind unwillens oder unfähig, diese Wahrheit in Taten umzusetzen. Das Geschenk des einsichtigen Urteilsvermögens und Unterscheidens bleibt weitgehend ein mentales Geschenk – ein Wissen ohne ein Tun. Es wird nicht in eine praktische und funktionierende Art und Weise im Alltagsleben überführt. Ihr tiefes Verständnis, gepaart mit einem Mangel an Willen, es in die Praxis umzusetzen, kann sich selbst, sofern sie nicht vorsichtig sind, in tiefer Frustration niederschlagen, die in scheinbar unmäßige oder unerklärliche Wut über kleinste Dinge ausbricht – eben genau, weil die größten Dinge (was sie wahrhaft über sich selbst, über Gott und über das Leben wissen) übergangen werden.

Es kann also jeder dieser Schritte ein Ort sein, wo ein Wesen hält oder in eine Sackgasse gerät; ein spiritueller Schachtel-Canyon, aus dem man nicht mehr herauskommt. Der Trick ist, mit dem Stoppen aufzuhören; in Fahrt zu bleiben; die Anzeichen spiritueller Trägheit zu erkennen und sich selbst dazu zu inspirieren, sich wieder in Bewegung zu setzen.

Dies ist spirituelle Erneuerung, von der wir hier sprechen; spirituelles Auftanken. Oft geschieht dies bei Seminaren und Workshops, bei Wochenend-Retreats und Fünf-Tages-Intensiv-Begegnungen. Es kann auch in einem einzigen Moment passieren, in der Kirche oder Synagoge oder Moschee bei jemandem, bei der Lektüre eines Buches – oder bei einem Abschnitt eines Buches – oder bei der Erwiderung auf eine einfache, zufällige Äußerung eines Freundes.

Diese Augenblicke sind Augenblicke des göttlichen Erscheinens, während wir aufhören damit, uns selbst zu stoppen, und während wir uns vorwärts bewegen darin, was unserem Wissen gemäß der wahre und wirkliche Sinn unseres Lebens ist: die Verwirklichung des Selbst. Das Selbst kennen, das Selbst in Erfahrung bringen, das Selbst zum Ausdruck bringen, schließlich das Selbst sein, dass man selbst weiß, was man ist: eine Individuation der Göttlichkeit.

Zufriedenheit ist der erste Hauptschritt in diesem Geschehen des Wissens, im Prozess dessen, worauf ich mich hier als das Selbst-Gewahrsein beziehe. Zufriedenheit ist ein wunderbarer Ort zu sein, sofern sie eine Station auf dem Wege ist. Sie ist ein trauriger Ort zu sein, sofern sie das Ende der Wegeslinie ist. Auch sie kann ein Schlusspunkt, ein Schachtel-Canyon, sein. Ja, für Viele ist sie das.

Es fühlt sich so gut an nach all dem Ringen, nach all dem Unfrieden, nach all dem Anfordern an uns selbst, nach all der Bitterkeit darüber, was alles erforderlich ist, nach all dem Auseinandersetzen mit dem, was uns verbittert, und nach all der nicht leichten Aufgabe, schließlich einsichtig unsere inwendigste Wahrheit wahrzunehmen, zuguterletzt einen Ort einer Zufriedenheit mit dem Leben zu erreichen, einer Zufriedenheit mit unserem Platz im Leben, mit dem Gott unseres Verständnisses und mit der Welt. Wieso noch weitergehen?

(Nächste Woche: Ja – wieso?)

Neale Donald Walsch

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Aus Bulletin #201 ….

 

NEALE SPRICHT ÜBER : SPIRITUELLES WACHSTUM ….

Für mich ist Zufriedenheit ein klasse Platz. Viele Leute verbringen ihr ganzes Leben damit, nach dorthin zu streben. Und während – oder falls – sie einen Ort der „Zufriedenheit" erreicht haben, möchten sie Dinge dann dabei bewenden lassen. Zur Zufriedenheit zu gelangen ist genug für ein Leben. Mehr als genug. Es ist wirklich eine außerordentliche Leistung, und, um die Wahrheit zu sagen, die meisten Leute erreichen sie nicht.

Weswegen also weiter gehen? Weswegen – in einem gewissen Sinne – nicht mit der Zufriedenheit „zufrieden" sein?

Selbstverständlich kann man nicht weiter gehen, wenn man mit der Zufriedenheit „nicht zufrieden" ist, weil dies per Definition bedeutet, dass du Zufriedenheit nicht erreicht hast. Das Erste also, was wir über den Beweggrund, weiter zu gehen, verstehen können, ist, dass es nichts mit dem Zustand der Zufriedenheit zu tun hat, irgendwie nicht „genug" zu sein. Es hat nichts mit Bedürftigkeit, mit Frustration oder Unerfülltheit mit Wem oder Was wir sind zu tun.

Sobald unser Bestreben, in unserer eigenen Evolution nach vorwärts zu gehen, einem dieser Gefühle entspringt, haben wir uns im eigentlichen zurückbewegt. Oder, wir kamen vielleicht letzten Endes an dem Ort nie an, wo wir unserer Vorstellung nach sind.

Die erste Botschaft also, die wir erhalten, wenn wir den Ort auf der Evolutionären Reise namens Zufriedenheit erreicht haben, lautet, dass – wie es Gespräche mit Gott so vollkommen ausspricht – „wir nirgends hinzugehen, nichts zu tun und in keiner Weise zu sein haben, außer genau in der Weise, wie wir es soeben sind."

Herunterbuchstabiert auf die Essenz, übersetzt sich dies in eine schlichte Angelegenheit der Selbst-Akzeptanz. Freilich, für die meisten Menschen ist Selbst-Akzeptanz nicht solch eine schlichte Angelegenheit. Ja, sie kann die schwerste Sache sein, die im Leben zu erlangen ist. Deswegen ist es für ein Wesen eine derartig wunderbare Bewältigung, einen Zustand der Zufriedenheit zu erreichen. Und in der Lage zu sein, solch eine Erfahrung aufrechtzuerhalten, ist ein Zeichen beginnender Meisterschaft.

Allerdings gibt es großartigere Orte, zu denen die Seele reisen mag. Es gibt großartigere Erfahrungen innerhalb des Rahmens menschlichen Lebens, die man erhalten kann. Und der Zustand der Zufriedenheit ist beileibe nicht ein Zustand völliger Erwachtheit. Oder, um es anders auszudrücken, Selbst-Akzeptanz ist nicht gleichbedeutend mit Selbst-Gewahrsein.

Dein Selbst anzunehmen, wie du gegenwärtig bist, bedeutet nicht, dass es keine größere Vision deines Selbst gibt, die du erfahren kannst.

Es bedeutet einfach, dass du mit deinem Selbst zufrieden bist, und dass du keine Bedürftigkeit hast, weiter zu gehen, keine Bedürftigkeit, „mehr" zu sein, kein dir selbst auferlegtes oder von Anderen auferlegtes Erfordernis, irgendwie noch „besser" zu sein.

Es bedeutet schlicht, du hast die Neunte Illusion der Menschen verstanden: Überlegenheit existiert.

(Du magst dich an Die Zehn Illusionen der Menschen aus dem außerordentlichen Buch ‚Gemeinschaft mit Gott’ erinnern:

·Bedürftigkeit Existiert

·Versagen Existiert

·Spaltung Existiert

·Mangel Existiert

·Erfordernis Existiert

·Richten Existiert

·Verdammung Existiert

·Bedingtheit Existiert

·Überlegenheit Existiert

·Unwissenheit Existiert

Die ersten fünf davon sind Die Physischen Illusionen, die mit dem Leben in unserem physischen Körper zu tun haben. Die zweiten fünf sind die Metaphysischen Illusionen, die mit nicht-physischen Realitäten oder Vorstellungen, die wir in unserem Geist halten, zu tun haben.)

Der Gedanke, dass Überlegenheit Existiert, kann eine „Bedürftigkeit" in dem Geist erschaffen, etwas anderes zu erfahren, als was wir gerade erfahren. Auch diese Bedürftigkeit ist eine Illusion. Es ist die Erste Illusion der Menschen, und es ist der falsche Gedanke, auf dem alle weiteren falschen Gedanken hinsichtlich des Lebens beruhen. Es ist der Erste Irrtum. Es ist das Erste Missverständnis. Es ist in einem gewissen Sinne die Erb-Sünde.

(So etwas wie „Sünde" gibt es natürlich nicht. Ich gebrauche den Begriff hier als eine Redefigur.)

Zufriedenheit also ist ein Seinszustand, in dem wir wahrnehmen, dass die Überlegenheit eine Illusion ist. Es ist unmöglich, gegenüber genau dem, was du soeben bist, überlegen zu sein. Dies ist eine andere Ausdrucksweise dafür, dass alle Dinge in Gottes Welt vollkommen sind. Gott bedarf nichts, um irgendwie anders zu sein, als er gerade ist.

Weswegen dann sich damit behelligen, sich zu ändern? Weswegen sich damit behelligen, irgendwas zu ändern, am allerwenigsten unser Selbst?


 

Der Beweggrund sich zu ändern


 

Der Beweggrund, sich zu ändern, ist derselbe wie derjenige, etwas zu tun. ‚Gespräche mit Gott’ sagt uns, es gibt überhaupt nur einen Grund, etwas zu tun: um die nächstgrößte Version der großartigsten Vision, die wir je über Wer Wir Sind innehatten, zu annoncieren und zu deklarieren, zu werden und zu erfüllen, zum Ausdruck und in Erfahrung zu bringen.

‚GmG’ stellt dies kurz und bündig in den folgenden Satz:


Jeder Akt ist ein Akt der Selbst-Definition.


 

Dies ist tief wahr – und es wird von Wenigen verstanden. Von noch Wenigeren willkommen geheißen.

Es ist hier wichtig zu begreifen, dass „größer" in keiner Weise „besser" bedeutet. Eine Sache, die größer ist, ist nicht gleichzusetzen mit einer Sache, die überlegen ist. „Größer" meint einfach das: größer. Innerhalb des Kontextes der Behauptung von ‚GmG’ weiter oben bedeutet es „eine umfassendere Version" der großartigsten Vision, die wir je über uns innehatten.

Ein Baum ist nicht „besser", weil er heute umfangreicher als vor fünfzehn Jahren ist. Er ist einfach gewachsen. Er ist nicht „besser" als davor geworden. Er ist in keiner Weise „hübscher" oder „weiser", als er es beim Pflanzen war. Der Baum weiß um nichts mehr, als er damals wusste. Aber er ist GEWACHSEN. Er ist mehr das geworden, was er stets war, vom allerersten Anfang an. Er stellt einfach mehr „Baumheit" dar. Er ist nicht etwas anderes geworden, als er früher war, aber er ist mehr davon geworden, was er war.

Der Beweggrund für ein Menschenwesen, sich zu ändern, liegt nicht darin, „besser" zu werden, sondern eine umfangreichere Version dessen zu werden, was das Wesen bereits ist. Dieser Prozess des Größer-Werdens ist der Prozess des Wachstums – und Wachstum ist der Prozess des Lebens selbst. Deswegen könntest du den Prozess nicht stoppen, wenn du es wolltest, ohne den Prozess des Lebens selbst zu stoppen, und das stellt etwas dar, was du nicht tun kannst.

Allerdings, du kannst ihn verlangsamen.

(Nicht real, sondern im Sinne von der Illusion, die du lebst, und die du menschliches Leben nennst. Realerweise warst du stets, bist du und wirst du stets genau das sein, was du in diesem Augenblick bist: Göttlichkeit, in maximaler Steigerung. Du kannst nicht „teilhaft" Göttlich sein, denn Göttlichkeit ist ein unteilbarer Seinszustand. Er ist nicht-reduzierbar. Er ist die Ganzheit selbst. Er ist das Alles in Allem, das Alles in Allem ist. Gleichwohl, im Rahmen der Illusion, die das Alles In Allem geschaffen hat, genannt Zeit und Raum und Physisches Leben, kannst du deine Erfahrung von Wer Du Bist verlangsamen, und das tust du … damit du die „Erfahrung der Erfahrung" vollständiger, gänzlicher, mehr anhaltenderweise, „göttlicher" machen kannst, als du es könntest, erführest du es Alles Auf Einmal. Wenn du dies verstehst, dann verstehst du den Beweggrund dafür, dass du all die Illusionen schufst, die Illusion der Zeit mit eingeschlossen.)

„Verlangsamst" du „dein Leben", so verlangsamst du im eigentlichen gar nicht das Leben, sondern bloß deine Erfahrung von ihm. Es ist so, wie eine DVD in Slow Motion laufen zu lassen. Jedes Bild ist bereits auf der DVD. Du sagst einfach deinem Wiedergabegerät, die Bilder nach dem Abscannen langsamer ablaufen zu lassen.


Bewusstheit ist das Wiedergabegerät deines Geistes [‚mind’; A.d.Ü.].


 

Je höher deine Bewusstheit, desto mehr Bilder kannst du auf einmal sehen. Es ist wie das Anschauen eines Filmstreifens, der vor dir auf einem Lichttisch liegt. Du kannst den Film, ein einzelnes Bild bloß auf einmal, mit einem Vergrößerungsglas anschauen, oder du kannst den ganzen Streifen und alle Bilder auf einmal anschauen. Die Einzelbilder existieren gleichzeitig, aber, wenn du möchtest, so kannst du sie dir hinter einander anschauen. In der Weise ist die Realität vor dir auf dem Tisch sequenziell, hinter einander ablaufend.

(Eine wunderbare Beschreibung des Sequentiellhaften findet sich im letzten ‚GmG’-Dialogbuch, in ‚Zuhause in Gott in einem Leben, das nie endet.’)

Nächste Woche wollen wir den Zweiten Schritt des Selbst-Gewahrseins erkunden: Ausweitung.

 

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Aus dem Bulletin #202 ….

 

NEALE SPRICHT ÜBER : SPIRITUELLE UNGEDULD ....

Der Zweite Hauptschritt auf dem Pfad zum Selbst-Gewahrsein ist Vergrößerung. Die 3 kleineren Schritte, die zu Vergrößerung führen, sind: Anhalten, Starten und Aufrechterhalten.

Meine Erfahrung war es, dass die Seele sich, wenn einmal die Zufriedenheit erreicht ist, nach mehr von dieser Erfahrung sehnt. Sie wünscht sich ein umfangreicheres Begegnen mit dem und ein großartigeres Sich-Zum-Ausdruck-Bringen in dem Wahren Selbst.

Dieses Empfinden kommt nicht aus einem Mangel an Zufriedenheit auf, sondern vielmehr aus deren Wertschätzung. Das Wort ‚Wertschätzung’ wird hier als eine Doppelhelix eingesetzt. Das heißt, zwei Bedeutungen sind absichtlich auf einmal in Gebrauch.

1. Zum ersten, die allgemeinste Bestimmung von „Wertschätzung" ist: ein Aufzeigen von Dankbarkeit, wie in: Er drückte seine tiefe Wertschätzung aus.

2. Die zweite Bestimmung von „Wertschätzung / Wertsteigerung" ist: eine Vergrößerung oder Steigerung, wie in: Es war eine bedeutende Aufwertung / Wertschätzung im Wert des Besitztums zu verzeichnen.

Sobald die Zufriedenheit wertgeschätzt wird, wird sie sowohl befriedigt als auch erweitert. Die Wertschätzung von allem bringt sie zum Erweitern. Dies ist ein Gesetz des Universums, und man sollte es nicht vergessen. Erlaubt mir deshalb, es zu wiederholen.

Die Wertschätzung von allem bringt sie zum Erweitern.

Sind wir für etwas dankbar, so geben wir ihm die meiste positive Energie. Wir senden ihm eine Schwingung, die für das Universum unwiderstehlich ist. Deswegen befindet es sich mit der Kernschwingung des Lebens in Harmonie. Es ist die Essenz von Allem Was Ist.

Wertschätzung, das ist zu erkennen, ist eine Form der Liebe. Dankbarkeit ist Liebe, in Danksagen zum Ausdruck gebracht. Es existiert keine höhere Form der Energie als Liebe, und Liebe in jedweder Form ist äußerst machtvoll. Liebe, und ihr Ausdruck als Dankbarkeit, erweitert den Empfänger zu aller Zeit. Zu aller Zeit.

Die Worte ‚Ich liebe dich’ erzeugen eine unverzügliche Ausdehnung des Selbst-Werts in der Person, die sie vernimmt. Die Worte ‚Danke schön’ bringen einen sofortigen Zuwachs an Selbst-Verständnis bei demjenigen hervor, an den sie gerichtet sind.

Nun, hier ein großes Geheimnis. Das Obige ist nicht bloß die Wahrheit bei Menschen, sondern bei allem. Das Energiefeld von allem in der Welt wird vergrößert, während Liebe und Dankbarkeit auf es niedergehen.

Du kannst leise durch einen Garten gehen, und während du bewusst die Blumen liebst und sagst: ‚Danke dir, Gott, für die Schönheit und das Wunder dieser Blumen’, dann wirst du bemerken, wie die Blumen süßer als je zuvor riechen.

Du kannst ruhig an einem vorbeifließenden Fluss sitzen, und während du bewusst den Fluss liebst, und sagst: ‚Danke dir, Gott, für die Kraft und die Herrlichkeit dieses Flusses’, dann wirst du das Sprühen der Gischt auf deinem Gesicht in einer Weise bemerken, wie das früher nicht der Fall war.

Du kannst heiter in den Armen deines Geliebten liegen, und während du bewusst diese Person liebst, und sagst: ‚Danke dir, Gott, für das Wunder und die Kostbarkeit dieses Menschen’, wirst du plötzlich diese Person als zweimal so wertvoll ansehen als zuvor.

Nichts wird sich in der äußeren Realität, die vor dir liegt, geändert haben. Alles wird sich inwendig in dir geändert haben. Deine Wertschätzung dieser Augenblicke und dieser Erfahrungen wird sie dazu bringen, in gänzlich neuer Art zu Leben zu kommen. Die Erfahrungen selbst werden sich scheinbar erweitert haben. Allerdings sind es nicht die Erfahrungen, die sich erweiterten, sondern es ist dein Gewahrsein, was deine Begegnung mit ihnen auf eine andere Ebene anhob.

Dieser Prozess ist bekannt als Bewusstseinshebung, oder, was ich „Vergrößerung" nenne. Er ist der Fall, während wir größer als wir selbst werden, reichlicher als gewohntermaßen, breiter und weiter, höher und tiefer in unserem Sinn für die Dinge, in unserem Gewahrsein. Er ist der Fall, während wir voller werden. Wie ein einst leeres Gefäß haben wir uns in uns gegossen, und wir sind voll im Wissen von Wer Wir Sind in Beziehung zum Leben Selbst – und im Wissen von wer wir wählen zu sein.

(Nächste Woche: Ungeduld – das Anzeichen für deinen nächsten spirituellen Wachstums-Spurt.)

 

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Aus dem Bulletin #203 ….

 

NEALE SPRICHT ÜBER : SELBST-SABOTAGE ....

 

Während empfindungsfähige Wesen im Verlauf des Prozesses der Vergrößerung eine Ungeduld spüren, ist es nicht förderlich zuzulassen, dass sich die Ungeduld in einen Mangel an Zufriedenheit übersetzt. Die zwei sind nicht dasselbe, doch das eine kann, und oft ist das der Fall, zum anderen führen.

Vergrößerung, die aus der Unzufriedenheit entwächst, vergrößert nur die Unzufriedenheit. Die Erweiterung kann nur was ist erweitern, nicht was nicht ist. Jede kapitalistische Gesellschaft hat, so, wie es aussieht auf der Erde, dies irgendwann einmal gelernt. „Größer" und „Mehr" ist nicht notwendigerweise „Besser". In Wahrheit, das ist kaum der Fall. Deswegen muss Vergrößerung seine Grundlagen in der Zufriedenheit haben, oder, es wird lediglich das erstarken, was nicht angestrebt ist.

Der Ungeduldige und der Unzufriedene sollten somit nicht durcheinander gebracht werden. Ungeduldig zu sein, muss nicht bedeuten, dass wir nicht glücklich mit „Was ist" sind. Ganz im Gegenteil, es kann bedeuten, dass wir derart glücklich „mit was ist" sind, dass es uns nach mehr davon verlangt – so bald als möglich, dankeschön.

Doch da ist etwas Interessantes, was passiert, während sich dieser Prozess, der zu unserem Erreichen von Selbst-Gewahrsamkeit führt, entfaltet. Im Anschluss an die Zufriedenheit werden wir ungeduldig darin, mehr von der Erfahrung des Friedens und der Freude, die die Zufriedenheit uns überbringt, zu erfahren – wir sind auf die Vergrößerung dieser Erfahrung aus – und doch, eine Partie von uns hält uns davon ab, unsere Erfahrung noch weiter zu vergrößern.

Die Phase persönlichen und spirituellen Wachstums, die wir nun erörtern – die ich in meiner Kosmologie „Vergrößerung" nannte --, umfasst drei kleinere Schritte: Anhalten, Starten und Aufrechterhalten.

Anhalten ist nicht nur der erste Schritt, es ist das erste Anzeichen dafür, dass du dich auf dem Pfad zum Göttlichen befindest. Tatsache ist, viele Menschen, die die Zufriedenheit erreicht haben, möchten nicht weitergehen. In vielen Fällen hat es ihr ganzes Leben gebraucht, um „zur" Zufriedenheit „zu gelangen", und sie möchten es nicht riskieren, ihren schwer errungenen Frieden, ihre Freude und Heiterkeit zu verlieren, indem sie sich in das spirituell, psychologisch und emotional Unbekannte vorwagen. Es taucht ein Widersetzen auf. Straßenblockaden erscheinen. Ja gar Selbst-Sabotage. Doch das dringliche inwendige Trachten, spirituell zu wachsen, fragt weiterhin an. Und so existiert ein Ziehen und Zerren im Innen. Geh weiter / bleib hier, geh weiter / bleib hier, geh weiter / bleib hier.

Bewege dich nach vorne / bewege dich an Ort und Stelle.

Wage dich vor / bleib, wo du bist.

Es ist das Empfinden, am Rande des Schwimmbeckens zu stehen. Jeder redet auf dich ein: „Los, komm rein! Das Wasser ist wunderbar!" Du streckst einen Zeh hinein, und dein Körper sagt dir genau das Gegenteil. Womöglich gehst du überhaupt nicht rein. Deine Freunde lächeln. „Ein Zeh nach dem anderen – damit geht es nicht, um Himmels Willen … spring einfach rein!"

Aber du tust es nicht.

Bis du es tust.

Du tauchst einfach ein. Oder du machst es auf deine eigene Art, und gewöhnst dich daran, jedes Mal ein bisschen. Schließlich aber bist du im Wasser, und du bist froh, zu der Geselligkeit hinzugekommen zu sein.

Wir sehen damit, das Anhalten ist ein sicheres Zeichen dafür, dass du zum Start bereit bist. Dich anhalten genau dann, bevor du beginnst, ist ein absoluter Indikator, ein sicheres Omen dafür, dass Dinge auf dem Anmarsch sind. Sei also nicht entmutigt, wenn du die Erfahrung des Anhaltens-und-Startens, des Anhaltens-und-Startens machst.

Solltest du direkt ohne zu zögern in die Vergrößerung hinein gesprungen sein – gut für dich. Nicht jeder hat jeden Schritt auf dem Pfad zum Selbst-Gewahrsein zu unternehmen. Tatsächlich sind keine dieser Schritte erforderlich. Du kannst alle Schritte überspringen, wenn du möchtest, und direkt in das Erreichen hineinspringen. Aber der hier beschriebene Pfad wird von vielen Menschen betreten, und deswegen wird er hier auseinandergelegt. Wir möchten, dass du weißt, dass du dich auf dem Weg befindest, sobald du diese Dinge in Erfahrung bringst.

Einer der Gründe dafür, dass das Anhalten- / Start-Phänomen derart stark Teil der Reise von so vielen Menschen ist, besteht darin, dass der Pfad zum Selbst-Gewahrsein oft Angelegenheiten des Selbst-Werts zum Erscheinen bringt.

Viele Menschen fühlen sich nicht „wert", zum Erreichen voranzuschreiten. Sie spüren nicht, es sei „angemessen", ihre eigene Göttlichkeit zu beanspruchen oder das Selbst-Gewahrsein annehmend zu begrüßen. Somit fühlt sich für sie der Gedanke der Vergrößerung in diesen Seins-Zustand hinein „falsch" an, oder zumindest frühreif. Also wenden sie sich einem „Wenn ich dazu bereit bin"- oder einem „Wenn ich es verdient habe"-Modus zu. Sie gehen auf Seminare, machen Workshops, besuchen Retreats, lesen Bücher, sie fasten, meditieren – was immer ihrem Empfinden nach ihnen hilfreich ist, sich zu ändern, sich umzuwandeln, sich selbst umzugestalten. Transformation wird zur Parole, um das Erreichen zu erlangen.

Vielleicht.

Dies erklärt das Selbst-Sabotage-Phänomen. Weil sie sich selbst davon überzeugt haben (oder es wurde ihnen von anderen – oft von ihren Religionen – beigebracht), sie seien es nicht wert, stoßen sie sich selbst vom Tisch weg, bevor das Festmahl angerichtet ist. Umgestaltung wird nie erreicht, weil, sie zu erreichen, würde für sie bedeuten, sich über ihren eigenen tiefsten Gedanken über sich selbst hinwegzusetzen.

Die Menschen, die in diese Kategorie des Noch Nicht Genug fallen (viele von ihnen nehmen dort unbewusst Platz, ja, ohne gar zu wissen, dass sie es tun), lassen sich oft unwissentlich auf diese Handlungen der Selbst-Sabotage ein, die Jeder um sie herum sehen kann, und die sie, sie selbst, oft nicht wahrnehmen, wo sie mit dem inneren Sehnen danach, spirituell zu wachsen, befasst sind.

Andere stoppen sich selbst, da sie glauben, der Prozess der Vergrößerung von einem selbst umfasse eine Wahl zwischen dem Leben eines sogenannten „regulären Lebens" einerseits, und dem „spirituellen Leben" eines „wahren Meisters" andererseits. Mit anderen Worten, es „schaut so aus", als könntest du kein spiritueller Meister sein und Kegeln gehen. Oder lärmerfüllten Sex haben. Oder ein dickes, saftiges Steak essen. Oder was auch immer sie in ihrem Kopf haben, was spirituelle Meister nicht tun. Und daher schaut es für uns so aus, als hätten sie eine Wahl zu treffen. Sei „in dieser Welt, doch nicht Teil von ihr", oder: sei „von dieser Welt, aber nicht in ihr", was die spirituelle Klarheit betrifft.

Wenn sich einige dieser Beschreibungen ein wenig vertraut für dich anfühlen, so sei guten Mutes. Wie bereits ausgeführt, dein Anhalten ist ein gewisses und sicheres Anzeichen dafür, dass du zum Starten bereit bist … endgültig. Und, zuguterletzt, dafür, die Vergrößerung des Selbst auf deiner neuen Ebene aufrechtzuerhalten.

- NDW

 

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Aus dem Bulletin #205 ….

 

NEALE SPRICHT ÜBER : AUFHÖREN MIT DEM AUFHÖREN??? ....

Es wird in deinem Durchmessen des Prozesses der Vergrößerung eine Zeit kommen, wo du die Staffel ‚Stop/Start’, ‚Stop/Start’ abstellst. Du wirst anfangen, mehr „Starten" als „Stoppen" zu tätigen. Dies stellt einen natürlichen Teil des Prozesses dar, und an einem bestimmten Punkt entlang des Weges wird fast alles Einhalten aufhören.

Dein Stoppen stoppt, sobald du zuletzt all das frühere Stoppen in Ordnung findest – samt demjenigen, was auch immer mit dem Stoppen in der Gegenwart passiert. Es ist dein Widerstand gegen das Stoppen, das dich dazu veranlasste, mit derartiger Grimmigkeit voranzuschreiten. Es ist deine Frustration beim Anhalten der von dir unternommenen Schritte, die den Stopp in deinen Schritt einbrachte. Wie GmG uns daran erinnert: Dem du dich widersetzt, das bleibt bestehen. Widerstand gegen etwas treibt jenes voran.

Lass mich das wiederholen, da ich nicht meine, dass die Auswirkung davon dich in jener Wichtigkeit getroffen hat, die es in dein Gemüt hineinverbringt. Was ich sagte, war: Widerstand gegen etwas treibt jenes voran. Man kann etwas nicht stoppen, indem man sich ihm entgegenstellt, man macht es dadurch nur noch schneller.

Dies deswegen – die Art und Weise, wie du etwas Beachtung schenkst, bringt die Art hervor, wie du es erfährst. Aufmerksamkeit ist ein mächtiges Werkzeug. Zollst du etwas positive Aufmerksamkeit, dann wird es sich positiv vorwärtsbewegen. Zollst du etwas negative Aufmerksamkeit, so wird es sich negativ vorwärtsbewegen. In beiden Fällen, es wird vorankommen. Aufmerksamkeit für etwas macht es größer. Aufmerksamkeit ist ein Hilfsmittel zur Vergrößerung.

Es mag sein, du hast dich dem ersten Teil des Vergrößerungsgeschehens widersetzt und verstandst dabei nicht, dass es ein natürlicher Aspekt der gesamten Dynamik war.

An dem Tag, wo du damit anfängst, den Widerstand gegen das Stoppen zu stoppen, wird der Anfang gemacht sein, das Stoppen zu stoppen. Vielleicht stoppt es nicht auf einen Schlag, so, als ob jemand einen Lichtschalter rumdreht, aber es fängt an, sich zu mindern, als hätte jemand den Dimmer an dem Schalter betätigt. Nach und nach wird der innere Raum deines Lebens (den ich dein wahres „Wohnzimmer" nennen möchte) heller. Die Düsterkeit wird mehr düster, und die Helligkeit wird heller. Dies nennt man Erleuchtung.

Das Stoppen des Sich-Widersetzens ist der Schlüssel. Mit deiner persönlichen Frustrierung und Selbst-Schuldzuweisung im Verlaufe des langsamen Pfades deiner spirituellen Reise aufzuhören, ist mehr als nennenswert. Es ist lebensentscheidend. Frustration und Selbst-Schuldzuweisung produzieren nur Frustration und Selbst-Schuldzuweisung. Wie es meine wunderbare Lehrerin Dr. Elisabeth Kübler-Ross immer ausdrückte: „Negativität brütet Negativität aus".

Hier also stehst du, am Anfang der Phase der Erleuchtung auf dem Weg zum Selbst-Gewahrsein. Du bist bereits durch so viel hindurch gegangen. Du hast Verlassensein, Erfordernis, Bitternis, Streiten und umsichtiges Urteilsvermögen durchmessen, um zur Zufriedenheit zu gelangen. Du möchtest einfach dort eine Weile bleiben. Du möchtest eine Ruhepause. Das ist nur natürlich. Freilich, das innere Sehnen, mehr zu tun, das Sehnen voranzukommen, das Sehnen weiter zu kommen in deiner spirituellen Entwicklung, dein Dich-Zum-Ausdruck-Bringen des wer du wirklich bist, ist unableugbar.

All das macht ein perfektes Rezept für einen inneren Konflikt aus. Für einige könnte das sogar wie ein innerer Tumult aussehen. Gewiss gibt es Tage, wo das in meinem Leben genau so aussah. Doch jetzt habe ich dem Einhalt gegeben, hinsichtlich meines augenfällig langsamen Schritttempos bei meinem nächsten Schritt frustriert zu werden; ich habe die ehrfurchtgebietenden Höhen der Zufriedenheit erreicht. Ich habe mir selbst die Erlaubnis erteilt wahrzunehmen, dass dies einfach Teil des Prozesses ist. Und, während ich gehen lasse, komme ich voran. Ein kleines Stück und ein weiteres kleines Stück vielleicht, aber ich gehe voran. Ich mache die Erfahrung des mehr „Startens und Losgehens", und des weniger „Stoppens".

Hier nun, was zu tun ich starten möchte:

1. Erklären, inwendig erklären, wer ich bin und wer ich wähle zu sein. Die nächstgrößte Version der großartigsten Vision, die ich je von mir hatte, erschaffen. Den Schritt in diese Vision öfters und gänzlicher wagen.

2. Mich mit meiner Neigung zum Aufschieben (in vielen Dingen, nicht nur in meiner spirituellen Entwicklung) befassen, indem ich mich ranhalte bei meinen bedeutendsten Projekten (wie etwa das Schreiben dieses Materials) und desgleichen bei meiner inneren Arbeit (wie die tägliche Meditation, das körperliche Training und das Umorganisieren meiner Essensgewohnheiten, sodass ich wirklich gesund esse).

3. Aufhören damit, zu verleugnen wer ich wirklich bin, und anfangen damit, zu handeln wie ich wirklich bin.

4. Mein Konzept davon ausweiten, wie ich meine innere Vision auf meine äußere Realität anwenden kann.

5. Täglich Gott Dank schicken für all das, was ich bin, und für all das, was ich habe. (Ich rede darüber viel, aber ich tue es kaum in dem Maße, wie es meinem Wissen gemäß für meine Seele gut ist.)

6. Dem Universum trauen, dem Leben trauen, Gott trauen, mir genau das zu überreichen, wovon ich vom jetzigen Zeitpunkt an bis in jeden Augenblick meines Lebens hinein am meisten befördert werden kann, die Gelegenheiten erkennen, die mir gereicht werden, sie begrüßen und mich unverzüglich mit ihnen befassen, indem ich mich in ihnen voranbringe.

7. Mir für meine Vergangenheit vergeben und den Schmerz der Schuld gehen lassen. Beschließen, eine neuere Version meiner Selbst zu leben, die Verhaltensweisen nie zu wiederholen, wegen denen ich mich früher schuldig fühlte, und: es auch so meinen.

8. Sofort aufhören zu lügen. Wissen, dass es die kleinen Lügen sind, die mich töten. Die Übertreibungen, die Halbwahrheiten, die Vermeidungstaktiken, die Verstecke und Bemäntelungen, die mich meines Erachtens vor Schaden bewahren sollen; wissen, dass sie mich nur dafür öffnen, mich und Andere weiterhin zu verletzen.

9. Jedermann um mich herum ermächtigen, zu sein, zu tun und zu haben, was sie wählen, um ihnen auf ihrer Reise zum Selbst-Erwachen und zum Selbst-Gewahrsein förderlich zu sein.

10. Lesen, lesen, lesen; schreiben, schreiben, schreiben; beten, beten, beten, und mit Gott verbunden bleiben. Gott in meinem alltäglichen Leben, in dem Augenblick-für-Augenblick meiner Erfahrung mehr und mehr nutzen, und um Vieles schöpferischer werden und um Vieles weniger dazu werden, auf meine Umgebung zu reagieren.

Dieses zehnfache „Aufrüsten" hat mich auf die Straße gebracht, mich in meiner spirituellen Entwicklung von neuem anzutreiben. Ich schenke meiner Seele mehr Aufmerksamkeit, und meine Seele belohnt mich, indem sie mehr davon in meine innere und äußere Realität einbringt, wonach ich hungerte – insbesondere eine umfassendere Erfahrung meines wahren Selbst. Die dritte Phase der Erleuchtung ist: diese Erfahrung nachhaltig aufrechterhalten.

 

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Aus dem Bulletin #207 ….

Neale spricht über: SPIRITUELLES WACHSTUM AUFRECHTERHALTEN

Es gibt eine Neigung, die Erfahrung des Selbst-Gewahrseins zu verfehlen, sofern sie nicht sowohl unverzüglich wie auch ewig ist. In der tatsächlichen Praxis ist es zumeist weder das eine noch das andere.

Jemand findet kaum seinen Weg zum Selbst-Gewahrsein, während er sich auf der ersten Stufe der Reise befindet (dies ist nicht unmöglich, daran erinnerst du dich, aber es ist selten), und man verbleibt selten dort, nachdem man zum ersten Mal dort angekommen ist. Man möchte es, aber selten ist das der Fall. So viel ruft uns zurück. So viel zieht uns, zerrt und lockt uns in das Leben zurück, Das Wir Geführt Haben, und gelegentlich erscheint dies so, als sei dies das "Reale", und als sei das Leben eines Erleuchteten, als sei das Leben eines Erweiterten Wesens sehr "UNreal" ... ja gar nicht wünschenswert.

Um das Leben eines Erweiterten Wesens zu führen, müssen derart viele kurzfristige Genüsse, die zu langfristigem Schaden an uns selbst und an Anderen führen, passiert, beiseite gelassen, gemieden, übersprungen werden, dass wir anfangen uns zu fragen, was ist der Punkt bei all dem?

Ein Moment des Selbst-Gewahrseins, ein Moment des Erfahrens einer wahren Erweiterung des Selbst vermag uns erneute Klarheit darüber zu bringen, und plötzlich wird wieder einmal der Punkt klar - freilich, indem wir solch einem Moment folgen, müssen wir uns auf unsere Erinnerung daran verlassen, um an dem Ort der Disziplin zu verbleiben, der nötig ist, um nach dorthin zurückzukehren und um dort zu verbleiben.

An der Oberfläche scheinen die Wörter Disziplin und Freude einander fremde Partner zu sein. "Harte Arbeit" und "Glückseligkeit" scheinen nicht Seit an Seit zu gehen. Doch kann es harte Arbeit sein, Glückseligkeit zu erfahren -- bis es das nicht mehr ist.

Es wird eine Zeit kommen, wo der Aspekt "harte Arbeit" wegfallen wird. Es gibt eine Zeit, wo wir bemerken, dass das Erlangen von Erleuchtung und das Erfahren von Glückseligkeit ganz und gar keine harte Arbeit darstellen, und dass wir einfach dachten, das sei der Fall. Es ist unsere Haltung, die die Reise zu einer harten Arbeit macht, und es ist unsere Perspektive, die das Verbleiben am Ende der Reise schwierig macht. Es ist wirklich alles recht leicht.

Der erste Schritt infolgedessen beim Aufrechterhalten der Erweiterung des Selbst besteht darin, jemandes Haltung und Perspektive zu ändern - und dies kann unverzüglich mit einem Ändern der Erwartung oder des Erfordernisses erbracht werden. Erinnere dich daran, 'Gespräche mit Gott' sagt, dass Erfordernis nicht existiert. Sie ist eine Illusion. Die Vorstellung, dass wir eine Erfordernis innehaben, um die Erfahrung der Seelen-Erweiterung aufrechtzuerhalten, ist für alle Zeiten das: eine Vorstellung. Du kannst deinen Geist darüber ändern und entscheiden, dass das Aufrechterhalten der Erfahrung bloß für einige wenige Minuten einfach wertvoll und bemerkenswert ist.

Diese leichte Bewegung in der Perspektive verändert alles. Sie verbringt die Erfahrung der Erleuchtung unverzüglich in die Reichweite. Es ist nicht erforderlich, die Erfahrung der Erweiterung für immer aufrechtzuerhalten, um sie im Gesamten zu erfahren. Auch ist dies nicht erforderlich, damit deine eingeschränktere Erfahrung irgendeinen Wert besitzt.

Der Wert einer weniger-als-ewigen Erfahrung von Erweiterung besteht darin, dass wir unverzüglich wissen Wer Wir Wirklich Sind. Wir haben dies erfahrungsmäßig begriffen. Dies ist meilenweit davon entfernt, es intellektuell erfasst zu haben. Wir haben unsere großartigste Idee von uns selbst "real" in unsere Erfahrung gebracht.

Dies vermag den ganzen Unterschied in der Welt zu machen hinsichtlich unserer Bereitwilligkeit, weiterhin mit unserer persönlichen Arbeit voranzugehen, auf unserem Pfad vorwärts zu schreiten, ungemindert auf unserem spirituellen Pfad nach vorne zu streben. Wir hatten einen Geschmack des Honigs, und dies kann nicht nur instruktiv sondern auch explosiv sein, falls wir nicht durch den Fakt, dass er nur zeitweilig war, zu sehr entmutigt werden.

Das erste also, was ich den Leuten sage, die auf dem Pfad zum Selbst-Gewahrsein von der Zufriedenheit zur Erweiterung vorankommen möchten, ist, dass auch eine kurzzeitige Erfahrung deines Größeren Selbst enorm wertvoll ist und dass dies einem herrlich zum Aufwachen dienlich sein kann. Stehe also auf die Hier-und-Jetzt-Erfahrung, und lass die Ewigkeit um sich selbst besorgt sein. Und, was ist der schnellste Weg, die Hier-und-Jetzt-Erfahrung zu haben? Ironischerweise besteht er darin, es nicht für erforderlich zu halten, sie überall-und-für-immer zu haben.

(Dies ist desgleichen eine wunderbare Einsicht für Menschen, die eine romantische Liebesbeziehung schaffen möchten. Kümmere dich nicht darum, sich einander für-überall-und-für-immer zu versprechen. Oftmals versperrt einem solch ein Versprechen bloß den Weg. Lass das Überall-und-für-immer an einem Wo/Wann eins nach dem anderen ankommen.)

Verklinke ein Band an weniger-als-ewigen Erweiterungs-Erfahrungen, und plötzlich näherst du dich dem Portal zur Unendlichkeit.

Ich persönlich habe mein Bedürfnis beiseite gelassen, die Erfahrung meines Erweiterten Selbst für immer aufrechterhalten zu bekommen, zugunsten dessen, dass ich sie real bekommen habe. Ich bin jetzt glücklich, die Erfahrung für einen Moment oder zwei, für eine Stunde oder zwei, oder für einen Tag oder zwei zu schaffen und zu haben.

Ich habe zur Kenntnis genommen, Leben ist eine Frage der Balance. Wie es mein Vater zu sagen pflegte: "Alle Dinge in Maßen." Erweiterung in Maßen führt zu Erweiterung für immer. In den Tagen, wo es für mich "um alles oder nichts" ging, hatte ich zumeist gar nichts. Ich hatte meine Erwartungen zu hoch gesteckt. Ich hatte von mir zu viel als erforderlich erachtet. Nun wundere ich mich darüber, wieso ich das tat. Gott hat das ganz bestimmt nicht für mich für erforderlich erachtet. Ich frage mich, was ich dachte .....

 


Wie wenig ist 'genug'?

Schier ein Augenblick an Erfahrung der Erweiterung ist genug, um uns aus der Zufriedenheit herauszuheben und uns auf den nächsten Schritt auf dem Pfad zum Selbst-Gewahrsein zu bringen.

Früher an dieser Stelle steht zu lesen, dass "das Stoppen ein sicheres und gewisses Zeichen dafür darstellt, dass du bereit bist, den Anfang zu machen ... endgültig .... und, schließlich die Erweiterung des Selbst auf deinem neuen Niveau aufrechtzuerhalten."

Die letzten vier Worte (auf deinem neuen Niveau) sind hier der Schlüssel. "Auf deinem neuen Niveau" bedeutet einfach das: auf deinem neuen Plateau. Auf deinem neuen Plateau wirst du in der Lage sein, die Erfahrung deines Erweiterten Selbst für zehn Minuten aufrechtzuerhalten. Oder für zehn Stunden. Wie auch immer es bei dir ausfällt, wertschätze es. Entwerte es oder dich nicht, aus Gründen des Prozesses. Bewillkommne es vielmehr für das, was es ist, geh für dies in die Dankbarkeit hinein, und sei schlicht darauf aus, es zu erschaffen, wannimmer es dir dienlich ist, es dir gefällt oder dir Freude bringt. - NDW

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Aus dem Bulletin #209 ….

NEALE SPRICHT ÜBER: ‚WIE DAS ERHALTEN, WAS DU MÖCHTEST’ .....

Wir redeten an dieser Stelle immer wieder von dem Pfad zum Selbst-Gewahrsein, und erst kürzlich von dem Zweiten Schritt auf diesem Pfad: Erweiterung. Diese Woche möchte ich einen Blick darauf richten, wie wir mit dem Erreichen von Erweiterung umgehen. Wenigstens einen Weg dafür.

Ich sehe hier eine dreiteilige Annäherung. Zunächst - sei der Verursacher für einen Anderen, diese Erfahrung zu haben. Zum zweiten, schreite selbst voll und ganz in diese Erfahrung hinein, und sei sie schier für einen Augenblick. Drittens, koste diese Erfahrung in deinem Erinnerungsvermögen aus, in dem alle Wunder ihre Wohnung haben.

Darf ich es auseinanderlegen?

·Sei der Verursacher für einen Anderen, diese Erfahrung zu haben

Nichts beim Erschaffen unserer Realität ist mächtiger als der Prozess, eben diese Realität für einen Anderen zu schaffen. ‚Gespräche mit Gott’ überreichte uns diesen Hinweis im allerersten Dialogbuch. Der Dialog spricht davon: „Für dasjenige, was du selbst erfahren möchtest, sei einem Anderen der Veranlasser, es zu erfahren."

Es ist oft für uns herausfordernd, inwendig gewisse Erfahrungen der Letzten Wirklichkeit zu schaffen. Auf persönlicher Ebene können die Wahrheiten von Wer Wir Sind und von Wie Das Leben Funktioniert, bedingt durch unseren Mangel an Selbstwertempfinden, schwer anzunehmen und umzusetzen sein. Jemand sagt „Du bist Gott", und wir können es einfach nicht glauben. Wir können es nicht akzeptieren. Intellektuell können wir es begreifen, aber wir können es operationell nicht in die Praxis umsetzen. Das heißt, wir finden es schwer, auf diese Weise zu operieren.

Dies ist nicht bloß wahr, während wir die Gesamtheit Unseres Seins betrachten, sondern auch während wir darauf aus sind, nur ein oder zwei Teile von ihm willkommen zu heißen. Ein Beispiel – ein Teil der Göttlichkeit ist Liebe. Ein anderer Teil ist Weisheit. Noch ein weiterer Teil ist Güte. Sobald wir freilich versuchen, unser „Empfinden des Selbst" zu erweitern, um Eigenschaften von uns selbst wie die obigen miteinzuschließen, so finden wir uns dabei, diese Kennzeichnungen von der Hand zu weisen. Wir können uns an allzu viele Male erinnern, wo wir nicht liebevoll, wo wir nicht weise und nicht gut waren. Infolgedessen, nein, wir sind das nicht, sagen wir uns selbst gegenüber. Wir verleugnen die Göttlichkeit darin.

(„Ich sage dir, du wirst mich dreimal verleugnen, bevor der Hahn kräht.")

Allerdings, das, was wir in uns nicht zu sehen vermögen, das können wir leicht in einem Anderen sehen. Das liegt daran - wir sind bei Anderen offenherziger als bei uns. Wir sind willens, bei Anderen mehr nachzusehen. Wir sind willens und fähig zu sehen, dass zeitweilige Abkehrungen nicht einen Lebenspfad ausmachen. Wir sind uns im Klaren darüber, dass die Wahrheit eines anderen Wesens im Inneren wohnt, sei es nun demonstrierterweise oder nicht. Wir können diese Wahrheit erkennen, sofern wir es möchten. Wir können sie unverzüglich erkennen, ohne angestrengt darauf zu blicken.

Deswegen sage ich, dass für Viele der erste Teil des Erfahrens der Erweiterung darin bestehen wird, diese Erfahrung in einem Anderen und für einen Anderen zu schaffen. Hat ein Anderer diese Erfahrung infolge deiner, so hast auch du die Erfahrung – weil dasjenige, was sich vermittels deiner bewegt, sich dir anhaftet!

Also, nutze den Fakt, dass du die Schönheit in Anderen leichter zu sehen vermagst als deine eigene. Sei die Ursache für Andere, ihre eigene Schönheit zu sehen. Erzeuge in Anderen eine Wertschätzung (das heißt eine Erweiterung) des Selbst. Ziehe aus Anderen ein Gewahrsein von Wer Sie Wirklich Sind hervor. Indem du so vorgehst, wirst du dieselbe Erfahrung inwendig in dir selbst veranlassen, hervorrufen und herausziehen.

Was du nicht hast, kannst du nicht fortgeben; allerdings, es fortzugeben, veranlasst dich dazu, die Erfahrung zu haben, dass du es hast!

Dies ist eines der wichtigsten Sachen, die ich je zu dir sagen kann. Dies ist eines der größten Geheimnisse des Lebens. Du erinnerst dich – in der Partie dieses Schreibens, wo vom Unterscheidungsvermögen die Rede ist, steht: All dies kann unser sein, sobald wir es teilen. Es ist das Teilen von etwas, was uns eine wahre und volle Erfahrung von ihm vermittelt, und es existiert keine andere Weise.

Wir können alles Geld der Welt besitzen, aber sofern wir es nicht ausgeben können, werden wir es nie gänzlich in Erfahrung bringen. Es zurückzuhalten bringt uns nichts. Wir werden draußen stehen, im Kalten, und pressen unsere Nasen gegen die Scheibe des Süßwarenladens. Wir können nicht die Süße des Lebens genießen, da wir unsere Guthaben einfrieren.

Wir können uns als liebende Wesen wahrnehmen, aber, solange wir unsere Liebe nicht gegenüber einem Anderen zeigen, werden wir sie nie vollständig erleben. Sie zurückzuhalten, erbringt uns nichts. Wir müssen sie fortgeben, um Bescheid zu wissen, wie es ist, sie überhaupt zu haben.

Dies ist für alles im Leben wahr. Weswegen gehst du davon aus, dass Gott uns alles gibt?

Somit, falls du die Erfahrung der Erweiterung anstrebst, so bilde für einen Anderen die Ursache, sich selbst als Erweitert zu erfahren. Sieh den Größten Teil der Anderen, und sage ihnen, dass du das siehst. Sei ein Spiegel für ihre großartigsten Selbste, und spiegle ihnen das zurück! Die meisten Menschen haben sich allein gelassen, haben sich selbst verlassen, sind von ihren höchsten Gedanken über sich selbst beiseite getreten. Sie wurden klein. Sie haben es sich selbst zugelassen, klein zu sein, indem sie sich herabsetzten – durch sich selbst wie auch durch Andere. Sie haben auf das gehört, was Andere ihnen sagten, und sie haben dies als Wahrheit angenommen. Geh nun also und sage den Leuten eine Neue Wahrheit über sich selbst, die Wahrheit von Wer Sie Sind. Gib ihnen eine reiche Erfahrung von sich selbst, und du wirst dir eine reiche Erfahrung über dich selbst geben. Du wirst vergrößert werden, indem du Andere vergrößerst. Dies kann sich als der einzige Weg herausstellen.

(Das nächste Mal: Teil 2 – Der Schritt in die Erfahrung deiner selbst in Gänze.)

NDW

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Aus dem Bulletin #210 ….

NEALE SPRICHT ÜBER: DAS GANZE ICH ….

 

Dieser Tage wird viel über Erleuchtung geredet, und über den Weg zum Selbst-Gewahrsein. Sicher schwirrten mir deswegen viele Monate, bevor ich dieses Material niederschrieb, all diese Daten in meinem Sinn herum.

In vielen der letzten paar Wochen sprach ich hier im Bulletin über „Erweiterung" als dem Zweiten Größeren Schritt auf dem Pfad zum Selbst-Gewahrsein, und ich wollte darlegen, dass ich unter „Erweiterung" einen erweiterten Sinn des Selbst verstehe, ein wachsendes Verständnis von Wer Wir Wirklich Sind – und die Art und Weise, dies konsistenter und reicher zu erfahren.

Ich sprach davon, dass ich hier eine dreifältige Annäherung erkenne. Zunächst - sei der Verursacher für einen Anderen, diese Erfahrung zu haben. Zum zweiten, schreite selbst voll und ganz in diese Erfahrung hinein, und sei sie schier für einen Augenblick. Ich machte sie schon zuvor des öfteren recht umfänglich. Es ist nicht notwendig, eine Erfahrung Fürimmer zu haben, um eine Erfahrung in Gänze zu machen. Dies ist die größte Fehlhaltung, die ich in der sogenannten New Age-Gemeinschaft erkennen kann. In meinem kurzen Diskurs früher stellte ich es direkt und in aller Kürze heraus. Lasst es mich hier wiederholen, was ich dort sagte:

Binde ein Band von Erfahrungen der Vergrößerung der weniger-als-ewigen Art und plötzlich näherst du dich dem Portal zur Unendlichkeit.

Gebt mir also die Erlaubnis, mich der Erweiterung des Selbst einen Schritt nach dem anderen zu näheren. Ein kleiner Schritt.

Darf ich euch ein Beispiel geben, sodass ihr über die Art von Schritten Bescheid wisst, über die ich rede?

Als junger Mann, so erinnere ich mich, wurde mir einmal von der Kassiererin im Supermarkt $20 zuviel herausgegeben. Ich weiß nicht, wie die zusätzlichen 20 Dollar da hineinkamen, aber da waren sie. Ich dachte, zum Laden zurückzugehen, aber ich tat es nie. Ich rechtfertigte es, das Geld nicht zurückzugeben, indem ich zu mir sagte: „Safeway ist eine Riesengesellschaft, und für die ist das nix." Es verletzt niemanden, dachte ich. Ich besann mich auf mein „gutes Glück" und ging meiner Wege.

Zehn Jahre später passierte dasselbe. Jemand gab mir zu viel heraus. Ich drehte mich um und ging sofort zurück. „Ich denke, Sie geben mir mehr zurück, als ich haben sollte", sagte ich Derjenigen am Kassenstand. Sie schaute mich zuerst verblüfft an, und dann kreuzte ein Lächeln der Dankbarkeit ihr Gesicht. „Vielen Dank!", sagte sie. „Sie hätten es mir von meinem Lohn abgezogen, wenn am Ende des Tages meine Abrechnung nicht stimmt."

Natürlich hätten sie das getan – und zehn Jahre zuvor hatte ich nicht einmal daran gedacht. Nach der zweiten Erfahrung schwor ich mir, nie mehr anzunehmen, als mich erreichen sollte. Von allem. Von jedermann.

Ich bin schwer dabei, gewissenhaft ehrlich zu sein. Ich denke, dies ist ein Anzeigeerfolg, ob man es schaffen kann. Ich denke, dies ist ein Zeichen von Erweiterung. Wenn du dein Größeres Selbst bist, dann hast du keinen Grund, mit jemandem unehrlich zu sein. Über irgendwas. Über überhaupt nichts. Dein Größeres Selbst kann einfach keinen Grund finden, nicht zu jeder Zeit die Wahrheit über alles zu sagen.

Lasst mich euch ein weiteres Beispiel einer weniger-als-ewig-Erfahrung der Erweiterung geben.

Du kommst im Hotel an, und sie haben für dich kein Zimmer bereit. Noch schlimmer. Sie haben überhaupt kein Zimmer für dich. Keine Reservierung auf deinen Namen. Noch schlimmer. Du hast 17 Stunden Reise hinter dir, um hier anzulangen. Seit 24 Stunden bist du wach. Das Ziel war seit Monaten geplant. Durch dein Reisebüro gegengecheckt und bestätigt. Dir ist es klar, der Fehler ist nicht auf deiner Seite. Nun stehst du in der Lobby des Hotels und schwebst über der Rezeption, und du möchtest, dass sie es hinkriegen. Dass sie etwas tun. Dass sie es einrenken. Weil alles, was du möchtest, ist ein Platz, um dich hinzulegen.

Sie haben nichts. Das Hotel ist ausverkauft. Du sagst, schickt mich zu einem anderen Hotel. Findet ein Zimmer für mich in einem benachbarten Hotel. Tut uns leid, sagen sie dir, Riesenbetrieb an diesem Wochenende in der Stadt, kein Zimmer in der ganzen Stadt mehr erhältlich. Deine Temperatur erhöht sich. Dein Herzschlag rast. Du siehst rot.

Genau in der Situation war ich. Mehr als einmal. Tatsächlich, zu oft, als dass ich sie zählen konnte.

Die ersten paar Male gab ich’s ihnen. Ich war mehr als glücklich, ihnen ein wenig von meinem Zustand zu zeigen. Das war kein schöner Anblick. Die ganze Lobby bekam mit, es gab ein Problem. An einem Tag, wo mir wieder dasselbe passierte, klickte etwas in mir. Es war, als hätte jemand einen kleinen Schalter in meinem Gehirn umgestellt. Ein Teil von mir machte einen Schritt zurück und sah von neuem die vertraute Szene – und nahm wahr, dass ich dies, ich selbst, geschaffen hatte, dass ich nicht Opfer war, und dass es in der Geschichte keine Schurken gab, und dass ich, um allen Ärger und Frustration des Augenblicks zu vermeiden, einfach eine neue Entscheidung darüber zu treffen hatte, weswegen all das passierte, und darüber Wer Ich Bin.

Meine Haltung wandelte sich unverzüglich. Es war, als hätte jemand in meinem Körper ein Neues Ich gegossen, wie kühle Milch in einen Krug. Ich hasse es, so abgedroschen zu sein, aber es fühlte sich so an, als würde die Milch der menschlichen Freundlichkeit mein Wesen auffüllen. Ich fühlte in diesem Augenblick „mich ganz". Und das Ganze Ich bemerkte, dass die Frau hinter dem Schalter in dem Hotel nicht mehr Schuld hatte als ich. Genauso nicht der Nacht-Manager. Niemand „hatte Schuld." Was geschehen war, war einfach das, was geschehen war. Und das Ganze Ich wusste Bescheid, dass ich all das erschaffen hatte. Ich erschuf es auf einer Ebene der Schöpfung, die ich nicht kannte, ja, aber nichtsdestotrotz hatte ich es erschaffen. Und augenscheinlich hatte ich die Absicht, diese Situation in der einen oder anderen Form immer wieder, wiederholterweise, einmal nach dem anderen zu erschaffen, bis ich es packte.

Was versuchte ich zu „packen"?

Wer Ich Wirklich Bin.

Ich war darauf aus, mir selbst eine Erfahrung von Wer Ich Wirklich Bin zu überbringen (zu ganz geringen Kosten, wenn man darüber nachdenkt). Ja, in der Tat, alle Situationen in meinem Leben, nicht bloß diese kleinen Vorkommnisse an den Hotel-Tresen, wurden FÜR mich DURCH mich dort hin platziert, damit ich mich selbst in dem rechten und vollkommenen Umstand befinde, in dem ich meine nächst höchste Auffassung von mir selbst annoncieren und deklarieren, zum Ausdruck bringen und erfahren, werden und erfüllen konnte.

Der Zweck des Lebens, so hatte es mir Gespräche mit Gott übermittelt, war es, mich selbst von neuem wiederzuerschaffen in jedem goldenen Moment des Jetzt, in der größten Version der großartigsten Vision, die ich je von Wer Ich Bin innehatte. Plötzlich verstand ich die Lehre. In diesem Augenblick hatte ich nicht nur die Botschaft überbracht, ich hatte sie erhalten.

Ich hatte entdeckt, dass bei diesem Gespräche mit Gott-Material es zu sagen und es zu leben zwei verschiedene Dinge sind. Ich entschied mich also an der Rezeption dieses Hotels, meinen eigenen Büchern, meinem eigenen Schreiben, meiner eigenen Botschaft gerecht zu werden.

Nun, Gottes Botschaft, in Wahrheit. Es war nicht meine Botschaft, es war Gottes Botschaft.

Außer, ich möchte doch eine andere dieser Botschaften willkommen heißen und akzeptieren – diejenige, die besagt „Wir sind alle Eins." In diesem Falle allerdings war es „meine" Botschaft, der gegenüber ich bestrebt war, gerecht zu werden. Es war meine Botschaft an mich selbst.

Das Leben informiert das Leben über das Leben vermittels des Prozesses des Lebens Selbst. Ich informiere mich über mich vermittels des Prozesses des ich Seins. Und hier kommt das Wunder der Umgestaltung herein: Ich mache mir zu schaffen, darüber zu entscheiden, wie dies in jedem Augenblick aussieht.

Das jetzt tue ich. Des öfteren nun tue ich das. In wachsender Anzahl von Augenblicken meines Lebens gehe ich einen Schritt zurück und schaue ganz nah auf das, was ich für mich Genau Hier, Genau Jetzt erschaffen habe, und ich entscheide Wer Ich Bin in Beziehung zu all dem. Und während ich die höchste diesbezügliche Wahl treffe, erfahre ich Erweiterung.

Ich kann dir davon berichten, dass die Erfahrung nicht für immer andauert. Es ist nicht so, als hättest du keine Mandeln mehr. Es ist nicht ewig. Ich „halte an ihm" nicht so lange „fest", wie ich wollte. Aber ich habe den Zugang dazu. Das ist das Wichtige. Ich kann nach Belieben den Zugang zu ihm haben. Dies tat ich zuvor nicht.

Machte es an jener Hotel-Rezeption einen Unterschied?

Sie gaben mir die Präsidenten-Suite. – NDW

 

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[Bislang ist nichts Neues erschienen – 26.12.06]

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