Mehr und mehr Fragen - Wissenschaften - Möglichkeit, Gott zu erkennen

"Gott ist möglich. - Aus naturwissenschaftlicher Sicht kann die Existenz Gottes nicht ausgeschlossen werden. Dies sagt der Raumfahrer und Physiker Ulf Merbold in der Zeitschrift 'Zeit Campus'."

Diese kurze Pressenotiz vom 25.7.07 fährt fort: »Je mehr man
über die Natur wisse, desto mehr neue Fragen eröffneten sich. Die christliche
Botschaft überzeuge ihn aber nicht, fügte er [Raumfahrer Uli Merbold] hinzu.«

 

Merbold sieht einen Zusammenhang zwischen der Möglichkeit,
die Existenz eines Gottes für wahrscheinlich zu erachten, einerseits, und der
Erkenntnis der fortschreitenden Wissenschaften, andererseits, jeder
Erkenntnisfortschritt sei an die Eröffnung fernerer Fragen angelötet.

Nebenbei gesagt – gilt es auch: Jede Eröffnung fernerer
Fragen sei ein weiterer Erkenntnisfortschritt? Ich meine, ja.

 

Doch zurück zu Merbolds Aussage – je mehr Erkenntnisse,
desto mehr neu sich eröffnende Fragen.

Allerdings – wieso sollte sich aus dieser Aussage ergeben, dass
sich die Möglichkeit, die Existenz eines Gottes für wahrscheinlich zu erachten,
erhöht?

 

Spürt Merbold einen Zusammenhang auf und erspürt er ihn? Ist
es Folgender?

 

Hätte Gott keine Fragen an Sich Selbst, so hätte er es
aufgegeben, Aspekte Seiner Selbst, Stück um Stück, vermittels des Erschaffens
Seines Leibes, vermittels des Erschaffens von Menschen, kennenzulernen. Da Gott
Alles Was Ist ist, und da Sie mithin auch ‚Alles Ist, Was Sie von Alles Was Ist
bereits Erfahren hat’ ist, gab es das enorme Dilemma. Dies löste Es durch das
Vergessen. Vergessen bringt im Nu und an es geheftet das Fragen mit sich.

 

Je mehr ich vergessen habe, desto mehr Fragen sind die
Folge.

Je mehr ich mich erinnere, desto mehr Fragen – über das
bereits Erinnerte und über das noch zu Erinnernde – eröffnen sich.

Stehe ich kurz davor, Alles Was Ist erinnert zu haben, so habe
ich einen Riesenumfang an Fragen; Fragen des Gehaltes „Wer Bin Ich?“. Das ist jene
Frage, die, wäre sie beantwortet, das Schöpferische alles Göttlichen abrupt
beenden würde - das Schöpferische beenden ist ein Ding der Unmöglichkeit. Stehe ich also kurz davor, dann sehe ich am Horizont, dass ich in
Kürze eine neue Runde des Vergessens einläuten werde.

 

 

Deswegen also haben die Wissenschaften in unserer modernen
Welt, in unserer Welt, die sich hin zu einer Neuen Spiritualität entwickelt,
eine besondere Sprung- und Hinführkraft.

Je mehr Wissen, desto mehr aufgeworfene Fragen. Je mehr
aufgeworfene Fragen, desto höher die Ziehkraft Gottes, verankert und in
Erscheinung tretend in unserem Gewahrsein.

Je mehr aufgeworfene Fragen rund um uns herum (je mehr
Wissenschaften rund um uns herum), desto mehr tritt die Ziehkraft Gottes in
unser Gewahrsein.

 

Die Wissenschaften, ihre bloße Existenz, sind also auch eine
Aussage über das »WIE« (kann ich die Herzen der Menschen öffnen?).

 

ThB - 6.8.07